(JNS) Der Krieg rund um Israel ist mehr als ein regionaler Konflikt geworden. Er ist ein Stresstest für das globale System und legt Schwachstellen offen, die sich vom Mittelmeer bis zum Persischen Golf erstrecken. Während Raketen, Milizen und wechselnde Allianzen die Schlagzeilen dominieren, entfaltet sich Hunderte von Kilometern östlich Israels ein leiseres, aber ebenso folgenreiches Drama – auf einer kleinen iranischen Insel, die selten in der öffentlichen Wahrnehmung auftaucht: Kharg.
Die Insel Kharg ist das Herzstück der iranischen Ölexport-Infrastruktur. Etwa 90 Prozent der iranischen Rohölausfuhren gehen von dort aus – zwischen 1,1 und 1,5 Millionen Barrel pro Tag. Doch sie ist nicht nur ein Verladepunkt. Es handelt sich um einen weitläufigen Exportkomplex mit riesigen Lagertanks, die zig Millionen Barrel fassen können, Pipelineverbindungen zu den wichtigsten Onshore-Feldern Irans sowie Anlegeplätzen für die größten Öltanker der Welt. Gleichzeitig wird die Anlage durch iranische Marine- und Luftverteidigungssysteme geschützt – sie ist damit sowohl ein strategischer Vorteil als auch ein potenzielles militärisches Ziel.
Für Israel liegt die Bedeutung von Kharg weniger in der Geografie als in der Geometrie der...
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