Britisches Mandat? Großbritannien möchte Räumung von Khan al-Ahmar verhindern

Das Beduinendorf Khan al-Ahmar, dessen Räumung vom Obersten Gericht schon vor längerer Zeit angeordnet worden war, steht noch immer. Unter anderem soll es britische Bemühungen geben. die Evakuierung des Dorfes zu verhindern.

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Während Amona heute früh bereits zum zweiten Mal geräumt wurde, scheint es die israelische Regierung bei der Räumung einer illegal errichteten arabischen Siedlung weniger eilig zu haben. Das Beduinendorf Khan al-Ahmar, dessen Räumung vom Obersten Gericht schon vor längerer Zeit angeordnet worden war, steht noch immer. Es mag am Druck aus dem Ausland liegen.

Der Sprecher des britischen Außenministeriums für den Nahen Osten, Edwin Samuel, hat vor einiger Zeit das illegal erbaute Beduinendorf Khan al-Ahmar besucht. Von dort aus erklärte er in einem Video in fließendem Arabisch, dass die britische Regierung eine Kampagne leite, um das Dorf vor der von Israel geplanten Räumung und Zerstörung zu retten.

Samuel, der in seinen bisher veröffentlichten Videos eine klare anti-israelische Position zum Ausdruck brachte, sagte: “Wir sind hier in Khan al-Ahmar, einem Dorf in der Westbank im besetzten palästinensischen Land. Hinter mir befinden sich die Zelte der Beduinen, die seit sehr langer Zeit hier leben und nun von der israelischen Regierung mit Abriss und Vertreibung bedroht werden.”

Samuel fügte hinzu: “Die britische Regierung führt eine Kampagne zur Rettung dieses Dorfes durch; sowohl der britische Premierminister als auch der Außenminister haben sich gegen den Abriss ausgesprochen.“

Ursprünglich sollte die vom Obersten Gericht angeordnete Räumung des Dorfes schon in der Nacht zum 21. Oktober ausgeführt werden. Doch dann entschied sich das Kabinett, die Räumung zu verschieben. Es war geplant, sie bis Ende 2018 durchzuführen ,was jedoch nicht geschehen ist.

Die Nichtregierungsorganisation Regavim, die sich bereits seit 2009 an der Spitze des juristischen Kampfes für die Räumung des illegalen Beduinendorfes befindet, beschuldigte Ministerpräsident Netanjahu, er würde den Briten erlauben, sich so zu benehmen als würde das Britische Mandat noch immer bestehen.

“Leider wird die Unentschlossenheit von Verteidigungsminister Netanjahu in der anämischen diplomatischen Reaktion von Außenminister Netanjahu auf diese krasse Einmischung in die inneren Angelegenheiten Israels voll zum Ausdruck gebracht”, sagte Meir Deutsch, Direktor von Regavim, zynisch.

Bild: Khan al-Ahmar (Foto: Hadas Parush/Flash90)

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