Ach du dickes Ei!

In Yavne wurde ein intaktes Hühnerei ausgegraben, dessen Alter auf rund 1000 Jahre geschätzt wird. Der Fund ist eine Sensation.

von Israel Heute Redaktion | | Themen: Archäologie
Die Archäologin Alla Nagorsky präsentiert das 1000 Jahre alte Ei Foto: Yossi Aloni/Flash90

Das Hühnerei überstand die lange Zeit im weichen Inhalt einer Senkgrube. Die Ausgrabung gehört zu einem Nachbarschaftsentwicklungsprojekt, das von der Israel-Land-Behörde initiiert wurde. Die großflächigen Grabungen unter Leitung von Elie Haddad, Liat Nadav-Ziv und Jon Seligman haben bereits ein umfangreiches und vielfältiges Industriegebiet aus der byzantinischen Zeit freigelegt.

Die Ausgrabungsstelle in Yavne

Als die Archäologen der Israelischen Altertumsbehörde bei der Aushebung der Senkgrube aus der islamischen Zeit (vor etwa 1000 Jahren) auf das unversehrte Hühnerei stießen, war das Erstaunen groß. „Eierschalenfragmente sind aus früheren Perioden durchaus bekannt, zum Beispiel in der Davidsstadt, in Caesarea und Apollonia, aber bislang kaum ganze Hühnereier. Selbst auf globaler Ebene ist dies ein extrem seltener Fund“, kommentierte Lee Perry Gal von der Altertumsbehörde, ein Experte für Geflügel in der Antike. „Man findet gelegentlich antike Straußeneier, deren dickere Schale sie intakt hält.“

„Heutzutage überlebt manche Eischale noch nicht einmal die Schachtel des Supermarkts. Unser 1000 Jahre alter Fund ist äußerst erstaunlich“, freut sich Grabungsleiterin Alla Nagorsky. „Die Erhaltung ist den Bedingungen zu verdanken, unter denen es jahrhundertelang lag, eingebettet in weiche organische Abfälle, die es konserviert haben.“

Die Geflügelzucht kam vor 2300 Jahren nach Israel, während der hellenistischen und frührömischen Periode. In der islamischen Periode gibt es einen deutlichen Rückgang des Anteils an Schweineknochen in der Region. „Man brauchte einen Eiweißlieferanten und fand ihn in Eiern und im Hühnerfleisch“, erklärte Perry Gal. „Leider hatte das Ei einen winzigen Riss im Boden, durch den der meiste Inhalt auslief. Aber ein bisschen Dotter blieb übrig. Mal sehen, was die DNA-Analyse ergibt.“ Den Riss reparierte Konservator Ilan Naor im organischen Labor der Altertumsbehörde.

In derselben Grube lagen noch weitere spannende Fundstücke, darunter drei Knochenpuppen aus der islamischen Zeit. Solche Puppen waren vor 1000 Jahren als Spielzeug üblich.

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