Guten Morgen liebe Leser!
Das Wetter macht weiterhin, was es will. Macht es ja sonst auch, aber zur Zeit schafft es das Wetter, uns immer wieder zu überraschen. Mal ist es plötzlich so warm, dass ich nicht verstehe, überhaupt eine Jacke mitgenommen zu haben, eine Stunde später vermisse ich den Regenschirm. Gestern wollte schon wieder die Markisen im Garten öffnen, ich dachte, dass Wetter habe sich beruhigt. Gut, dass ich es am Ende nicht gemacht hatte, denn später am Abend begann es draußen wie aus dem Eimer zu schütten. Das ist er, der Mai 2018. Leider beginnt der Wasserpegel des See Genezareth schon, zu sinken.
Und hier ist das Wetter für heute in Israel:
Teilweise bewölkt mit einem leichten Anstieg der Temperaturen. Bis zum Nachmittag kann es zu vereinzelten Regenschauern kommen, vornehmlich im Norden. Folgende Höchsttemperaturen werden erwartet: Jerusalem 22 Grad, Tel Aviv 24 Grad, Haifa 23 Grad, Tiberias am See Genezareth 26 Grad, am Toten Meer 32 Grad, Beersheva 28 Grad, Eilat am Roten Meer 31 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist um einen halben Zentimeter gesunken und liegt jetzt bei -213.37 m unter dem Meeresspiegel.
Gestern war ein Abend der Erwartungen. Gegen 21 Uhr Ortszeit sollte Präsident Trump seine Mitteilug bezüglich des Atomabkommens mit dem Iran machen und eine Stunde später das erste Halbfinale der Eurovision stattfinden. WIr haben uns zuhause auf diesen Abend wie auf ein wichtiges Fußballspiel vorbereitet. Das Abendbrot wurde rechtzeitig vorbereitet, der Tisch im Wohnzimmer gedeckt, es war kurz vor 21 Uhr, gleich sollte die Übertragung aus Washington beginnen. Wir sassen in kleiner Besetzung, zu dritt, erwartungsvoll vor dem Fernseher, die Vorführung konnte beginnen.
Was diesen Moment etwas spannend vom Gefühl her machte, waren die nicht unbedingt guten Meldungen kurz vor Beginn des Auftrittes von Trump. Die israelische Armee habe angeordnet, die Sicherheitsräume im Norden zu öffnen, es seien verdächtige Bewegungen in Syrien registriert worden. Der Generalstabschef Eizenkot habe seine Rede in Herzlia, die schon vor Monaten geplant war, abgesagt, wegen der Anspannung im Norden sei eine begrenzte Zahl von Reservisten eingezogen worden. Die Armee sei für jedes Szenario vorbereitet. Gleichzeitig wurde berichtet, dass amerikanische Sicherheitsexperten davon überzeugt seien, dass der Iran Israel in irgendeiner Form angreifen werde.
Dann begann Trump mit seiner Rede. Wir warteten nur auf einen Satz, der vielleicht die angespannte Lage zum Höhepunkt bringen würde. Dann kam er, die USA steigen aus dem Atomabkommen aus. “Jetzt gehen gleich die Sirenen los”, sagten wir etwas humorvoll, als würden die Iraner oder wer auch immer nur auf diesen einen Satz gewartet haben, um mit dem Angriff auf Israel zu beginnen. Doch es passierte nichts. Danach gab es Live-Übertragungen aus Teheran und Jerusalem. Unten auf dem Bildschirm lief weiter die Meldung, dass die Sicherheitsräume im Norden geöffnet wurden. Auch die Moderatoren der Nachrichtensendungen haben sich auf diesen Abend besonders vorbereitet, einige Korrespondenten sassen nicht im Studio, sondern draußen vor der “Kiria” in Tel Aviv, dem Hauptquartier der Armee. Wir alle waren bereit für die nächste Runde, einen Angriff, Raketen, irgendwas. Doch nichts geschah (erst später kam dann die Meldung von einem Angriff in Syrien). Zynisch bemerkte ich, dass die Journalisten ein wenig enttäuscht seien, aber nein, ich will ihnen da nichts unterstellen, aber ich konnte mir diese Bemerkung nicht verkneifen.
Die gestrigen Abendnachtichten von KAN, dem neuen israelischen öffentlichen Rundfunk mit der Live-Übertragung der Rede von Trump.Die Sendung ist zwar auf Hebräisch, aber kann dennoch die “Stimmung” vermitteln, die wir gestern wahrnahmen.
Danach dann der nächste Höhepunkt des Abends: Netta bei der Eurovision, das erste Halbfinale begann. 19 Länder kämpften um 10 Plätze im Finale, dass am Samstag Abend stattfinden wird.
Der israelische Beitrag “TOY” mit Netta, gestern in LissabonWir waren recht zufrieden mit dem Auftritt. Einige Stunden später dann die Auswerzng der Stimmen aus Europa. Netta hat es geschafft, sie ist im Finale, wir können weiter hoffen, am Ende vieleicht sogar ganz oben zu stehen, auch wenn Zypern und Norwegen bei den Wettbüros an Israel vorbeigezogen sind. Keine Sorge, ich weiß, es ist nur ein Wettbewerb mit viel guter Laune. Mehr brauchen wir nicht. Nur etwas Spaß zum Abschalten, die Probleme etwas zu verdrängen und für einige Stunden wie ein ganz normales Land zu empfinden.
Auf den Titelseiten der heutigen Zeitungen wurden nur zwei Personen gezeigt. Auf dem größten Teil der Seite war natürlich Trump zu sehen, doch unter war dann auch unsere Netta. Was für ein Gegensatz.

Und nun wünsche ich Ihnen einen angenehmen und frohen Mittwoch und einen ruhigen Tag für Israel. Machen Sie es gut.
Shalom aus Jerusalem!
Dov




