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Terrorwelle: Netanjahu gerät zunehmend unter Druck

Die israelische Regierung hat in der Nacht zum Dienstag die Wohnhäuser von zwei Terroristen im Ostteil Jerusalems zerstört. Sie hatten im vergangenen Jahr Israelis attackiert und waren dabei ums Leben gekommen. Einige tausend Israelis demonstrierten am Abend vor dem Amtssitz von Regierungschef Benjamin Netanjahu und forderten härtere Maßnahmen gegen den Terror (Foto). Bei erneuten Krawallen kamen mindestens zwei Palästinenser ums Leben, darunter ein 13-jähriger Junge.

Die israelische Regierung hat in der Nacht zum Dienstag die Wohnhäuser von zwei Terroristen im Ostteil Jerusalems zerstört. Sie hatten im vergangenen Jahr Israelis attackiert und waren dabei ums Leben gekommen. Einige tausend Israelis demonstrierten am Abend vor dem Amtssitz von Regierungschef Benjamin Netanjahu und forderten härtere Maßnahmen gegen den Terror (Foto). Bei erneuten Krawallen kamen mindestens zwei Palästinenser ums Leben, darunter ein 13-jähriger Junge.

Die Armee gab am Morgen bekannt, dass die Zerstörung der Häuser auf Anweisung von Verteidigungsminister Moshe Ya’alon erfolgt sei. Eingerissen wurde das Haus von Muhammes El-Jaabis, der im August vergangenen Jahres absichtlich mit einem Bagger in einen Omnibus gefahren war. Ein Israeli starb, vier wurden verletzt. Der Täter wurde von der Polizei erschossen.

Das zweite demolierte Haus gehört der Familie von Ghassan Abu Jamal. Er war zusammen mit seinem Bruder am 17. November 2014 in eine Synagoge im Jerusalemer Stadtteil Har Nof eingedrungen. Dort brachten die beiden äußerst brutal vier betende Rabbiner und einen Polizisten um, bevor sie von der Polizei ausgeschaltet wurden.

Offenbar bereitet die Armee die Sprengung eines dritten Hauses vor, das bereits abgeriegelt wurde. Es gehört der Familie eines Arabers, der den jüdischen Tempelberg-Aktivisten Rabbi Yehuda Glick niedergeschossen hatte. Glick überlebte schwer verletzt, der Terrorschütze starb bei einem Schusswechsel mit der Polizei.

Palästinensische Menschenrechtsorganisationen beklagten sich über die „Kollektivstrafen“ für die Angehörigen der Terroristen. Es ist jedoch im Land allgemein bekannte, dass die Familien der „Märtyrer“ nach Attentaten von der Autonomiebehörde hohe Geldsummen als „Entschädigung“ bekommen. Die Regierung will mit ihrer Maßnahme dafür sorgen, dass Terror kein lohnendes Geschäftsmodell ist.

Die Regierung Netanjahu war in den vergangenen Tagen nach den Bluttaten in Samaria und der Jerusalemer Altstadt zunehmend unter Druck geraten. Mehrere tausend Israelis forderten nun bei einer Protestkundgebung, härter gegen den Terror vorzugehen. Tourismusminister Yariv Levin bezeichnete in einer Ansprache Palästinenserpräsident Abbas als Terroristen, der das Problem nicht löse, sondern dessen Mittelpunkt sei. Abbas erziehe Kinder zum Terror, benenne Straßen nach Terroristen und bezahle Geld an die Familien von inhaftierten Palästinensern. „Abbas will viel, aber keinen Frieden“, unterstrich der Minister. Sozialminister Haim Katz sprach sich bei der Veranstaltung dafür aus, den Siedlungsbau auszuweiten. Ein Siedlungsstopp werde von Israels Feinden als Schwäche interpretiert.

Währenddessen werden israelische Sicherheitskräfte von Palästinensern weiterhin mit Steinen, Brandsätzen und Rohrbomben attackiert. Am Montag starb in der Nähe von Bethlehem ein 13-jähriger palästinensischer Junge, der offenbar von einer Kugel aus der Waffe eines israelischen Soldaten in die Brust getroffen wurde. Die Armee erklärte, der Vorfall werde untersucht. Die Soldaten hätten gewalttätigen Randalierern gegenüber gestanden und seien mit Steinen beworfen worden. Am Tag zuvor war ein Palästinenser in Tulkarm von der israelischen Armee getötet worden. Die Soldaten waren auch dort mit Steinen und Brandsätzen beworfen worden. Die Rettungsorganisation „Roter Halbmond“ meldete, bei den jüngsten Auseinandersetzungen mit der israelischen Armee seien mehrere hundert Palästinenser verletzt worden, die meisten durch Tränengas.

Die Lage, besonders am Grab Rahels bei Bethlehem und auf dem Jerusalemer Tempelberg, ist weiterhin angespannt. Die Armee hat ihre Truppen in Judäa und Samaria erheblich verstärkt.

Foto: Hadas Parush (Flash 90)

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Patrick Callahan

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