Führende israelische Politiker haben das Attentat auf die französische Satirezeitung Charlie Hebdo verurteilt, bei dem am Mittwoch zwölf Menschen getötet wurden. „Unser Mitgefühl gilt den betroffenen Familien und dem französischen Volk“, erklärte Ministerpräsident Benjamin Netanjahu (Foto). Freie Gesellschaften und alle zivilisierten Menschen müssten zusammen stehen und den Terrorismus bekämpfen. Dies umfasse den Kampf mit Waffen, aber auch den Kampf gegen falsche Argumente. Unter keinen Umständen dürfe man die vielfältig vorgebrachten Rechtfertigungen für ihre Motive akzeptieren.
Der internationale Terrorismus kenne keine Grenzen, erläuterte Netanjahu. „Vor wenigen Monaten sprach ich vor der UN-Vollversammlung. Damals hatte ich gesagt, dass die Terror-Fanatiker von Hamas, Hisbollah, Islamischem Staat und Al-Kaida nicht hier gestoppt werden können. Ihre Angriffe breiten sich über die ganze Welt aus.“ Der israelische Regierungschef forderte, den Terror konsequent, unbeirrt und gemeinschaftlich zu bekämpfen.
Ähnlich äußerte sich auch Außenminister Avigdor Liberman. Auch führende sunnitisch-muslimische Geistliche aus Ägypten und Saudi-Arabien verurteilten das Attentat scharf. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas sprach von einem „abscheulichen Verbrechen“. Dagegen begrüßte ein Sprecher des Islamischen Staates das Attentat. Gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters sagte der Syrer Abu Mussab: „Die Löwen des Islam haben unseren Propheten gerächt.“ Er kündigte weitere Anschläge an.
Die jüdische Gemeinschaft in Frankreich reagierte entsetzt über das Blutbad in der Redaktion des Satire-Magazins. „Islamischer Terror ist heute die größte Bedrohung für unsere Sicherheit und unser Wohlergehen“, unterstrich der Vorsitzende des jüdischen Dachverbandes in Frankreich, Roger Cukierman. In den vergangenen Monaten hatte die Zahl der französischen Juden, die nach Israel auswanderten, stark zugenommen.
In Israel gab der Vorsitzende der Karikaturisten-Vereinigung, Nimrod Reshef, eine Stellungnahme ab. Er sprach von einem brutalen Angriff auf die Pressefreiheit. Die Mitglieder der israelischen Comiczeichner-Vereinigung würden weiterhin gegen das schreckliche Phänomen des Extremismus kämpfen – mit Pinsel und Papier, den in einer Demokratie akzeptierten Werkzeugen.




