Manchmal kommt das Fest, bevor das Herz bereit dafür ist. Der Tisch ist gedeckt, die Kerzen brennen, Menschen lachen und dennoch sitzt mitten in der Freude jemand, der innerlich noch auf einem Schlachtfeld steht, in einem Schutzraum oder in der Erinnerung an die Gefangenschaft. Kann ein Mensch feiern, obwohl er noch leidet? Darf Freude überhaupt Raum bekommen, solange der Schmerz nicht verschwunden ist? Die Bibel gibt darauf keine oberflächliche Antwort. Im Buch Nehemia begegnen uns Menschen, die gerade in ihre Heimat zurückgekehrt sind. Sie hören die Worte der Bibel und beginnen zu weinen. Es ist keine Aufforderung, die Tränen zu verdrängen. Es ist die erstaunliche biblische Botschaft, dass Schmerz und Freude im selben Herzen wohnen können und dass echte Freude vielleicht gerade dort beginnt, wo wir den Schmerz nicht mehr verstecken müssen.
In den vergangenen Jahren lese ich viel über Soldaten, die von den Schlachtfeldern zurückgekehrt sind, und über Geiseln, die aus der Gefangenschaft heimgekehrt sind. Trotz all der Liebe und Fürsorge, die sie umgibt, findet die Freude nicht immer...
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