Mitten in der Nacht hört ein junger Mann eine Stimme, die seinen Namen ruft. „Samuel.“ Er steht von seinem Bett auf, läuft zu Eli, dem alten Priester, bei dem er aufgewachsen ist, und antwortet: „Hier bin ich, du hast mich gerufen.“ Doch Eli hat ihn nicht gerufen. Samuel legt sich wieder hin, und erneut hört er die Stimme. Wieder steht er auf und läuft zu Eli. Erst beim dritten Mal versteht Eli, was Samuel selbst noch nicht begreifen kann: Es ist Gott, der den jungen Samuel ruft. Diese Geschichte, die im dritten Kapitel des ersten Buches Samuel erzählt wird, spielt in einer Zeit, in der „das Wort des HERRN selten war in jenen Tagen; Visionen waren nicht häufig“. Gerade in einer Wirklichkeit, in der Gottes Stimme kaum noch zu hören ist, hört sie ausgerechnet ein junger Mensch, nur weiß er noch nicht, wer zu ihm spricht. In diesem Moment liegt etwas zutiefst Menschliches.
Wie oft hören wir etwas, ohne schon zu wissen, was wir eigentlich hören? Ein Gefühl,...
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