(White Rose) Christopher Nolans Sommer-Blockbuster „The Odyssey“ hat eine ganze Schar von Fans begeistert, die sich zuvor noch nie Gedanken über das antike Griechenland und dessen Beitrag zur westlichen Kultur gemacht hatten. Das ist ein positives Ergebnis, wenn Ihnen die Wiederbelebung des Kanons der klassischen Literatur am Herzen liegt. Geisteswissenschaftler, freut euch!
Doch der Film dient auch als wichtige Lehrstunde sowohl für den klassischen Liberalismus als auch für das moderne Europa – eine, die vielleicht weniger kinotauglich ist, aber nicht unter den Tisch fallen sollte. Die eindringlichste Metapher aus beiden literarischen Epen, der Ilias und der Odyssee – das raffinierte, aber blutige militärische Manöver, das den Griechen den Sieg im Trojanischen Krieg sicherte –, lässt sich auf einen anderen, zeitgenössischeren Einsatz eines Trojanischen Pferdes übertragen.
In Nolans Film (wenn auch nicht in Homers Text) bleibt Odysseus, der listige Krieger, der den gesamten Plan mit dem Trojanischen Pferd ersonnen hat, durch dessen Folgen traumatisiert – das Gemetzel all jener trojanischen Männer, Frauen und Kinder.
Man sagt uns, man solle einem geschenkten Gaul...
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