Einer der regelmäßigen Autoren von Israel Heute ist von der Islamischen Republik Iran offiziell als „feindliche Einrichtung“ eingestuft worden.
Der israelische Journalist und Nahost-Kommentator Edy Cohen erscheint in einem kürzlich veröffentlichten Dokument des iranischen Geheimdienstministeriums, das Hunderte von Personen, Medien, Websites und Organisationen auflistet, die Teheran als feindlich gegenüber dem Regime betrachtet. Cohen wird darin neben israelischen Journalisten, Wissenschaftlern, Dissidenten, Oppositionsvertretern, Menschenrechtsaktivisten und großen internationalen Rundfunkanstalten aufgeführt.
Das Dokument ist weit mehr als nur eine Beobachtungsliste.
Es wurde vom iranischen Geheimdienstministerium herausgegeben und dient als Grundlage, iranische Bürger vor jeglicher Form von Kontakt oder Zusammenarbeit mit den aufgeführten Personen und Organisationen zu warnen. Der Begleittext verweist auf harte gesetzliche Strafen für alle, denen nach den weit gefassten iranischen Gesetzen zur nationalen Sicherheit vorgeworfen wird, den gelisteten Einrichtungen Hilfe zu leisten, mit ihnen zu kommunizieren oder ihnen Informationen zukommen zu lassen.
Unter den 61 genannten Personen befinden sich unter anderem der israelische Kommentator Hananya Naftali, die Journalistin Emily Schrader, der Aktivist Yoseph Haddad, der Geheimdienstforscher Dr. Eli David, der langjährige Rundfunkjournalist Menashe Amir, der politische Analyst Amit Segal sowie der im Exil lebende Kronprinz Reza Pahlavi. Hinzu kommen zahlreiche iranische Dissidenten und Vertreter der Zivilgesellschaft.
Die Aufstellung beschränkt sich jedoch nicht auf Einzelpersonen. Sie umfasst auch offizielle Konten des Staates Israel, die persischsprachigen Kanäle der israelischen Armee, den Mossad, israelische Forschungsinstitute, internationale Menschenrechtsorganisationen, Frauenrechtsgruppen, ausländische Medien wie BBC Persian und Voice of America Persian sowie Hunderte von Social-Media-Konten auf Telegram, Instagram, X und YouTube.

Der Umfang der Liste bietet einen aufschlussreichen Einblick in die Denkweise des Regimes.
Anstatt sich auf Geheimdienste oder politische Gegner zu beschränken, fasst Teheran Journalisten, Denkfabriken, akademische Einrichtungen, Nichtregierungsorganisationen, Bildungsinitiativen und Online-Kommentatoren in einer einzigen Kategorie feindlicher Akteure zusammen. Das Ergebnis ist eine außergewöhnlich weit gefasste Definition des Begriffs „Feind“, die praktisch jede unabhängige Informationsquelle einschließt, die ein iranisches Publikum erreichen kann.
Genau darin liegt möglicherweise die wichtigste Aussage dieses Dokuments.
Autoritäre Regierungen versuchen häufig, die öffentliche Darstellung von Ereignissen zu kontrollieren. Doch nur wenige veröffentlichen ein derart umfassendes Verzeichnis derjenigen, die sie fürchten. Indem das iranische Regime dies tut, macht es unbeabsichtigt deutlich, in welchem Ausmaß es Informationen selbst als strategische Bedrohung betrachtet. Dass Journalisten, Wissenschaftler und Medienorganisationen gemeinsam mit Geheimdiensten aufgeführt werden, zeigt, dass das Regime erkannt hat, dass Ideen – und die Fähigkeit, sie zu verbreiten – für ein autoritäres System ebenso destabilisierend sein können wie verdeckte Operationen.
Für Israel Heute ist die Aufnahme unseres Autors Edy Cohen daher mehr als eine persönliche Auszeichnung. Sie spiegelt unsere Rolle wider, Analysen und Kommentare zu veröffentlichen, die ein Publikum erreichen, das das iranische Regime lieber seinem Einfluss entziehen würde.
Die Liste sollte als Warnung dienen.
Stattdessen ist sie zu einem ungewöhnlich offenen Eingeständnis dessen geworden, was Teheran am meisten fürchtet: nicht nur militärischen Druck, sondern den freien Fluss von Informationen außerhalb seiner Kontrolle.




