Tropische Inseln, weiße Strände, grenzenlose Freiheit – das suchte ich, als ich auf Koh Phangan, Thailand ankam. Am Abend wollte ich zu einer traditionellen Dschungelparty. Vorher schaute ich in dem Hostel vorbei, in dem zwei Freunde untergekommen waren, die ich auf der Insel kennengelernt hatte – ein französischer Jude und eine Niederländerin, die in Italien lebt. Wir setzten uns in die Lobby, und in der typischen, kosmopolitischen Backpacker-Atmosphäre wurde unsere Runde schnell größer. Zwei Touristinnen aus Deutschland kamen dazu, ein weiterer Deutscher sowie eine junge Amerikanerin.
Das Gespräch kam ungezwungen in Gang. Nach ein paar Minuten machten wir eine Vorstellungsrunde. Die Amerikanerin fragte jeden nach seinem Namen und seinem Herkunftsland. Als ich an der Reihe war, antwortete ich schlicht: „Ich bin aus Israel.“
Ihre Reaktion kam fast reflexartig: „Ew“ – „Igitt“.
Eine peinliche Stille breitete sich aus. Allen war klar, was gerade passiert war, doch die meisten senkten den Blick und schwiegen. Ich jedoch entschied mich, nicht zu schweigen. Ich forderte sie auf, zu erklären, was sie meinte. Sie nahm nichts zurück, vielmehr bekräftigte sie: „Israel ist igitt“. Ich machte ihr unmissverständlich klar, dass sie sich beiseitesetzen solle – für mich war das Gespräch an dieser Stelle beendet. Erst dann begann sie zu stammeln und zu relativieren, ihr Problem habe mit „der Situation und der Politik“ zu tun.
Ich sah sie und die anderen an und stellte die Dinge klar. Auch ich habe Kritik an Politikern – aber einem Menschen als Erstreaktion „Igitt“ zu sagen, allein wegen seiner Herkunft, ist reiner Antisemitismus. So redet jemand, der eine Gehirnwäsche durchlaufen hat. In diesem Moment versuchte eine der Deutschen, sie zu verteidigen, und behauptete, Israel handle falsch und „töte Kinder“.
Auf einmal befand ich mich in einer Frontlinie. Das war keine Situation mehr für Samthandschuhe. „Ihr Europäer sitzt bequem auf einem Kontinent ohne existenziellen Krieg und lasst euch von Medienkanälen beeinflussen, die euch ein verzerrtes Bild von uns vermitteln“, hielt ich ihnen entgegen. Ich fügte hinzu, es sei beschämend, einer Nation moralische Vorwürfe zu machen, der ein brutaler Krieg aufgezwungen wurde. Ich schloss damit, dass sie „Verlierer“ seien in der Art, wie sie mit ihren eigenen Migrationsproblemen umgehen – und dass sie, wenn sie nicht aufwachen, einen hohen Preis zahlen würden. Die Worte trafen. Die Stille in der Lobby zeigte, dass sie angekommen waren.
Trotz allem schloss sich die Amerikanerin später unserer Gruppe an, als wir zur Dschungelparty aufbrachen. Den ganzen Abend über war spürbar, dass ihr die Situation unangenehm war. Immer wieder sah sie in meine Richtung, offenbar auf der Suche nach einem Weg, die Distanz zu überbrücken.
In diesem Moment entschied ich mich, mein Ego zurückzustellen. So eindeutig ich ihr Verhalten als antisemitisch empfunden hatte, erkannte ich doch, dass man einem Menschen vergeben kann, der Tag für Tag einer einseitigen medialen Prägung ausgesetzt ist. Ich ging auf sie zu, gab ihr ein High-Five und sagte, ich hoffe, sie habe die Komplexität der Lage wirklich verstanden.

Ihre Reaktion kam sofort und wirkte aufrichtig. Sie sagte, sie habe verstanden. Dann entschuldigte sie sich und umarmte mich kameradschaftlich.
Ich kehrte aus diesem Abend mit einer klaren Erkenntnis zurück: Der Kampf um unseren Namen in der Welt ist hart und zermürbend. Doch manchmal ist es genau diese Kombination – standhaft für die eigene Wahrheit einzustehen und zugleich bereit zu sein, zu vergeben – das kann Mauern durchbrechen.
Liebe Leser,
jetzt sind SIE gefragt. Kennen Sie Leute oder Bekannte in ihrer Nachbarschaft, die so denken wie diese jungen Menschen? Viele beziehen ihre Meinung aus Medienberichten, die sich oft gegen den Staat Israel richten und dabei wichtige Fakten weglassen oder Wahrheiten verdrehen. Wir möchten die Kritik der jungen Menschen an Israel hören.
Welche Fragen haben diese Menschen, was bewegt sie, was werfen sie Israel vor, warum hassen sie Israel, wo liegen Missverständnisse? Schreiben Sie uns und schicken Sie uns genau diese Kritikpunkte zu! Wir werden darauf eingehen und in unserem Magazin einen Artikel veröffentlichen, der sich mit genau jenen Fragen, Vorwürfen und Anklagen befasst. Denn es ist möglich, insbesondere jungen Leuten mit den richtigen Antworten zu begegnen, wie der Fall Elad zeigt. Es gibt Hoffnung! Viele Menschen lassen sich auch heute noch mit Fakten überzeugen. Schreiben Sie uns, was Sie erlebt haben oder welche Fragen im Raum stehen:
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Hallo Elad,
es war sicher gut, dass ich nicht zufällig dabei war. 😉 Bei mir hätte es kein Happyend gegeben. Zumindest hätte ich mir als Deutscher meine Landsleute vorgeknöpft. Ich habe wenig Verständnis für diese jungen Leute – für ältere allerdings noch weniger –, die sich aus opportunistischen Gründen linken und muslimischen Judenhassern anschließen und deren Hassbotschaften einfach weitergeben.
Vielleicht war dein Weg der Vergebung hier aber doch der bessere. Ich hoffe es.
Ich erreiche in Dunkeldeutschland, damit meine ich Westdeutschland, niemanden mehr mit Argumenten. Man lässt sich zB. manipulieren durch ZDF, ARD und Dritte Programme, die mit grüner Ideologie arbeitet. In Israel waren diese Menschen idR. noch nie.
Aktuell bin ich noch in den USA. In Milwaukee, Wisconsin, sah ich gestern eine Propagabdafahne, auf der Israel des Genocides in Gaza beschuldigt wird.
Auch in den USA ist es schwierig, für Israel Gehör zu finden.
Die Öffentlichkeitsarbeit der „armen Palästinenser“ wirkt durch die Infiltration des Islamismus; der Koran ist immer verknüpft mit dem Nur-Buch-Gott-Allah und der Politik. Leider liest in Deutschland und in den USA kein Nichtmuslim im Koran
Kurz zu meiner Person: Ich bin 81 Jahre alt . Wer in Deutschland pro Israel argumentiert, ist in der Regel schnell einsam. Ich habe nach dem 07. Oktober, kurz nachdem die Stimmung gegen Israel gekippt war, ein Plakat für ca. zwei Jahre hinter der Heckscheibe im Auto liegen gehabt auf dem die Aussage stand: „Warum glaubt der Westen den Hamasterroristen mehr als Israel?“ Später: „Die Israelpolitik der deutschen Regierung ist nicht nachzuvollziehen.“
Zwei positive Reaktionen kamen von einigen Kurden aus unserer Gemeinde. Kein einziger Deutscher gab eine positive Rückmeldung. Die überwiegende Bevölkerung scheint nur die Öffentlich-Rechtlichen Medien zu konsumieren, da ist jede Diskussion umsonst. („Die armen Kinder in Gaza“ ist allseits gegenwärtig) . Dass in Israel Kinder leiden könnten, sprengt den Horizont der meisten Menschen.
Seit dem Ausbruch des Krieges habe ich noch eine kleine Israelfahne im Fenster des Wohnhauses stehen. Auf diese bin ich einmal angesprochen worden, diese Dame fand die Idee sehr nachahmenswert.
@ Klaus Dieter Wilk
@ dau.hedi
Ja, es stimmt: Mit Israel macht man sich nicht allzu viele Freunde. Aber wir Verteidiger Israels in Deutschland und anderswo sind einfach nicht bereit nachzuplappern, dass 1+1=3 oder der 7.10. „Widerstand“ ist.
Und so wird es bleiben, egal was die Israelhasser in ÖRR, Parteien und NGOs auch erzählen mögen.
💪🏻 ich bin stolz auf dich Elad! Super tacheless!!
Und, sorry, dass ihr euch echt nirgends erholen könnt in der Welt, geh nach Shomron oder Benjamin an der Hudha wo du den Kanal/ die Wasserrutschban nehmen kannst, Nati Rom zeigt dir schon ein schönes Plätzchen : ) oder einen Shabbat bei den Narej Hagvaot zwischen den Kamelen verbringen – dort bist du drm Himmel nahe : ))
Super Idee mit dem Artikel – also meine Erfa war folgende: Ich komme nach 3 Wo Israel (Mai 26) nach Hause u meine Nachbarin sagt:” Hast wohl 3 Wochen im Shelter verbracht!!” Keinen Moment!! Und: “Israel beschoss ja wieder den Libanon, trotz Waffenstillstand!” Wer war jetzt in Israel, sie oder ich!? Linke Arroganz gepaart mit Judenhass, ich habe ihr nicht vergeben, konnte ihr wohl nicht so prägnant antworten wie Elad, damit sie zur Vernunft gekommen wäre und sich nach Versöhnung gesehnt hätte, bin ihr nicht mehr begegnet!! Sende ihr vielleicht diesen Artikel (mit den Kommentaren 😉