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IDF deckt Hamas-Tunnelsystem auf – Waffenruhe im Gazastreifen unter zunehmender Spannung

Jerusalem warnt: Verstöße würden nicht toleriert – israelische Truppen demontieren Terrorinfrastruktur, während die Hamas eine Zustimmung zur Entwaffnung bestreitet.

Israelische Soldaten sichern die Waffenruhe-Grenzlinie „Yellow Line“ in Chan Junis im Süden des Gazastreifens, Januar 2026. Foto: IDF

Israelische Kräfte, die östlich der Gelben Linie im Süden des Gazastreifens operieren, haben am Wochenende ein umfangreiches Hamas-Tunnelsystem entdeckt und zerstört. Das teilten die Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF) am Sonntag mit. Zugleich legen Waffenruhe-Verstöße und diplomatische Auseinandersetzungen die wachsenden Bruchlinien innerhalb des fragilen Stillstandsabkommens offen.

Der unterirdische Tunnel im Raum Chan Junis erstreckte sich über mehrere hundert Meter und verfügte über drei getrennte Wohnbereiche. Im Inneren stellten israelische Truppen ein umfangreiches Waffenarsenal sicher: 45 Handgranaten, 35 Magazine, zehn Gewehre, RPG-Raketen und Abschussvorrichtungen, Sprengsätze sowie taktische Westen.


Die IDF betonte, der Einsatz stehe im Einklang mit der aktuellen Waffenruhevereinbarung. Zugleich hieß es, die Operationen würden fortgesetzt, um „jede unmittelbare Bedrohung“ zu beseitigen.

Die Entdeckung erfolgte vor dem Hintergrund erneuter IDF-Luftangriffe im gesamten Gazastreifen. Ziel waren ranghohe Operative der Hamas und des Islamischen Dschihad, nachdem Israel von einem „schweren Verstoß gegen die Waffenruhe“ in Rafah gesprochen hatte, wo Terroristen aus Tunneln hervorgetreten seien.

Weitere israelische Angriffe trafen ein Hamas-Waffenlager, eine Produktionsstätte für Rüstungsgüter sowie Abschusspositionen im zentralen Gazastreifen.

„Die Terrororganisationen im Gazastreifen verstoßen systematisch gegen das Völkerrecht, indem sie zivile Infrastruktur und die Bevölkerung Gazas brutal als menschliche Schutzschilde für terroristische Aktivitäten missbrauchen“, erklärte die IDF.

Entwaffnung: „Der einfache Weg oder der harte Weg“

Die zunehmenden Spannungen fallen mit erneuten Aussagen von Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu zusammen. Er bekräftigte, dass der Wiederaufbau des Gazastreifens an die Entwaffnung der Hamas geknüpft sei – eine nicht verhandelbare Voraussetzung, die Jerusalem mit langfristiger Stabilität verbindet.

In einer Rede vor der Knesset am 27. Januar sagte Netanjahu: „Ich höre auch jetzt noch die Aussagen, wir würden den Wiederaufbau Gazas vor der Entmilitarisierung erlauben. Das wird nicht geschehen.“

Unter Berufung auf US-Präsident Donald Trump fügte Netanjahu hinzu, die Entwaffnung „wird stattfinden – auf die einfache oder auf die harte Weise“.

Die Hamas wiederum wies jede Andeutung einer Entwaffnung entschieden zurück. Der hochrangige Funktionär Musa Abu Marzuk erklärte gegenüber Al Jazeera, die Gruppe habe „niemals zugestimmt“, ihre Waffen abzugeben; das Thema sei während der Verhandlungen „nie aufgeworfen worden“.

Ein US-Vertreter widersprach dieser Darstellung jedoch und sagte JNS, die Entmilitarisierung bleibe ein „zentrales Element“ des von Washington unterstützten Waffenruhe-Rahmens und eine Voraussetzung für langfristige Reformen der Regierungsführung.

In diesem Zusammenhang unterstützt Washington weiterhin die Bildung eines Nationalen Komitees für die Verwaltung des Gazastreifens – einer Übergangsbehörde, die den Wiederaufbau ermöglichen und zugleich die Hamas von einer künftigen zivilen Kontrolle ausschließen soll.

Die Zerstörung des Tunnels in Chan Junis ist das jüngste Beispiel dafür, wie riskant und umstritten die Umsetzung der Waffenruhe vor Ort bleibt. Während die Hamas eine Entwaffnung verweigert und Israel entschlossen ist, den Wiederaufbau Gazas nicht unter bewaffneter Bedrohung zu finanzieren, zeichnet sich weitere Konfrontation ab – diplomatisch oder militärisch.

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Patrick Callahan

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