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Gantz öffnet Tür für Einheitsregierung unter Netanjahu

Oppositionsführer Benny Gantz schließt eine Einheitsregierung unter Benjamin Netanjahu nicht aus und warnt vor einer gefährlichen inneren Spaltung Israels.

Der Abgeordnete Benny Gantz nimmt an einer Debatte in der Knesset in Jerusalem teil, 5. Januar 2026. Foto: Yonatan Sindel/Flash90.
Der Abgeordnete Benny Gantz nimmt an einer Debatte in der Knesset in Jerusalem teil, 5. Januar 2026. Foto: Yonatan Sindel/Flash90.

Israels politische Landschaft könnte vor einer überraschenden Wendung stehen. Der Vorsitzende der Partei Blau-Weiß, Benny Gantz, hat erklärt, dass er offen für eine Einheitsregierung unter Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sei, falls dies dazu beitragen könne, Extremismus einzudämmen und eine weitere Eskalation der innenpolitischen Spannungen zu verhindern.

Abkehr vom Prinzip „Jeder außer Netanjahu“

In einem Interview mit dem israelischen Fernsehsender Channel 12 sagte Gantz, es sei an der Zeit, das politische Paradigma „Jeder außer Bibi“ hinter sich zu lassen. Stattdessen müsse der Fokus auf „Jeder außer Extremisten“ gelegt werden. Er warnte davor, dass Israel sich gefährlich nahe an eine Situation bewege, in der politische Spannungen in reale Gewalt umschlagen könnten.

Gantz betonte, dass er Netanjahu nicht automatisch die entscheidende Mehrheit von 61 Sitzen in der Knesset verschaffen werde. In der Vergangenheit habe er sich nur dann an Regierungen beteiligt, wenn es keine realistische Alternative gegeben habe. Ziel sei nicht, politische Gegner zu blockieren, sondern Schaden vom Land abzuwenden.

Einheitsregierung als Mittel gegen politische Spaltung

Sollte Netanjahu eine parlamentarische Mehrheit erreichen, erklärte Gantz, würde er auch andere Oppositionspolitiker dazu ermutigen, sich einer Einheitsregierung anzuschließen. Dazu nannte er unter anderem Yair Lapid, Avigdor Liberman und Gadi Eisenkot. Eine breite Koalition könne helfen, das politische Klima zu beruhigen und staatliche Stabilität wiederherzustellen.

Gantz stellte zugleich klar, dass er keine Minderheitsregierung unterstützen werde, die auf die Stimmen arabischer Parteien angewiesen sei. Entscheidungen müssten letztlich an der Wahlurne getroffen werden. Er kritisierte zudem politische Kräfte, die sich seiner Ansicht nach stärker auf persönliche Ablehnung Netanjahus konzentrierten als auf das Wohl des Landes.

Die Aussagen markieren einen bemerkenswerten Tonwechsel in der israelischen Politik. Ob es tatsächlich zu einer Einheitsregierung kommt, bleibt offen. Klar ist jedoch, dass Gantz mit seiner Positionierung den politischen Handlungsspielraum erweitert und die Debatte über mögliche Regierungsmodelle neu belebt.

Die nächsten Wahlen für die Knesset finden im Oktober dieses Jahres statt.

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Patrick Callahan

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