Aktuelle Berichte aus dem Libanon zeichnen das Bild eines fundamentalen strategischen Wandels, den der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu dem US-Präsidenten Donald Trump voraussichtlich in Kürze in Washington präsentieren wird. Im Kern geht es unter anderem um einen Plan zur Neuordnung des Südlibanon, der das Gebiet südlich des Litani-Flusses nicht mehr als homogenes Territorium betrachtet, sondern es in drei funktionale Sicherheitszonen unterteilt. Dieser Ansatz ist weit mehr als eine lokale taktische Maßnahme, er markiert einen Paradigmenwechsel in der israelischen Sicherheitsdoktrin, der Parallelen zur Vorgehensweise im Gazastreifen und an der syrischen Grenze aufweist. Das Trauma des 7. Oktober hat die politische Illusion zerstört, man könne das Böse an der eigenen Grenze managen. Israel kehrt nun zur harten Logik der Bibel zurück: Wer den Feind als direkten Nachbarn duldet, statt ihn entschieden zurückzudrängen, behält „Dornen in den Augen“ und „Stacheln in der Seite“, eine Warnung, die sich blutig bewahrheitet hat.
Das Modell der drei Linien. Eine neue Geografie der Sicherheit. Der Plan sieht vor, den Raum zwischen...
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