Vor ein paar Wochen sagte mir mein palästinensischer Freund Issa in der Altstadt von Jerusalem: „Warum müssen Palästinenser wegen euch in diesem Land leiden?“ Issa sprach nicht von der Erlösung Israels, sondern von der „palästinensischen Katastrophe“, die mit der Rückkehr der Juden ins eigene Land über sein Volk hereinbrach. Er arbeitet in einem kleinen Café und spricht fließend Hebräisch – die Sprache jener, die für ihn das Symbol der Rückkehr, der Auferstehung, der Stärke Israels sind. Und genau darin liegt das Spannungsfeld. Die Erlösung der einen ist zugleich für die anderen eine Tragödie. Israels Wiedergeburt ist seine Plage. Bei einem bitteren arabischen Espresso versuchten wir beide, das Leben des jeweils anderen zu verstehen. Wir hatten zwei Geschichten, aber nur ein Land. Und wir hatten viele Wunden, jeder von uns. Das war nicht leicht. Aber wir redeten miteinander. Und das war immerhin mehr, als viele andere tun.
Was hat die Erlösung Israels mit dem Leid der Völker zu tun? Wo geht historische...
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Danke für diesen großartigen Artikel. Vieles davon ging mir auch schon durch den Kopf und warf Fragen auf, die nun beantwortet sind.