(JNS) Vor dem Hintergrund beispielloser Herausforderungen, denen sich insbesondere die Gemeinden im Norden und Süden Israels während des andauernden Mehrfrontenkriegs gegenübersehen, veranstaltete der Rehabilitationsfonds der Kibbutzbewegung die Konferenz „Leil Chanaya“ („Nächtliches Lager“) im Hotel Shefayim nördlich von Tel Aviv am 30. und 31. Juli.
Im Mittelpunkt der Konferenz standen die lokalen Führungspersönlichkeiten, die gemeinsam professionelle, gemeinschaftliche und umsetzbare Strategien zur Erholung und langfristigen Erneuerung des Kibbutzlebens entwickeln sollten.
Die Versammlung brachte wichtige Vertreter aus Kibbutzim im ganzen Land zusammen, vor allem aus der Peripherie – das erste Mal, dass sich eine solch breite Führungsriege zu einer gemeinsamen Initiative dieser Art versammelte. Die Konferenz war als intensives Sommerlager-Programm gestaltet, das strategische Planung mit Werkzeugen zur Resilienzstärkung verband.
„Die Regierung sieht das große Ganze, aber sie sieht nicht immer, was in jedem einzelnen Kibbuz vor sich geht“, sagte Neri Shotan, Geschäftsführer des Rehabilitationsfonds. „Unsere direkte Verbindung zum Geschehen vor Ort hilft uns, die tatsächlichen Herausforderungen zu erkennen und passgenaue Lösungen anzubieten. Unser Ziel ist nicht nur der Wiederaufbau, sondern auch Wachstum, Innovation und eine nachhaltige Zukunft für das Kibbutzleben.“
Die Teilnehmer nahmen an Mentoring- und Brainstorming-Sitzungen teil, die sich auf soziale, bildungsbezogene und wirtschaftliche Erneuerung konzentrierten. Zentrale Programmpunkte widmeten sich der Identifizierung dringender Herausforderungen, der Bewertung bestehender Lösungen und der Entwicklung übertragbarer Modelle – unterstützt von Experten und interkibbutzlicher Zusammenarbeit. In den Diskussionen setzte sich die Einsicht durch: Die Verantwortung für Erholung und Erneuerung liegt in erster Linie bei den Kibbuzim selbst.
Im Fokus standen unter anderem Initiativen zum wirtschaftlichen Wachstum einzelner Kibbuzim und ihrer Regionen, der Wiederaufbau und Ausbau von Bildungseinrichtungen sowie der komplexe Prozess der Rückführung evakuierter Bewohner in ihre Heimatgemeinden. Ein zentrales Thema war die Erkenntnis, dass die Kibbutzgemeinschaften selbst die Führung beim Wiederaufbau und der Gestaltung ihrer Zukunft übernehmen müssen – mit Eigeninitiative und Solidarität.
Zusätzlich nahmen die Teilnehmer an Workshops und Einheiten zur Stärkung der persönlichen Resilienz teil – darunter auch Angebote wie Yoga und Achtsamkeit –, was den Gedanken widerspiegelt, dass Erneuerung beim Einzelnen beginnt.
Der Name der Konferenz, „Leil Chanaya“, ist inspiriert vom gleichnamigen Werk des in Warschau geborenen israelischen Dichters Nathan Alterman (1910–1970). Es beschreibt den Moment des Innehaltens zwischen zwei Schlachten – eine Zeit der Anspannung, der Reflexion und der vorsichtigen Hoffnung.
Wie in dem Gedicht gründet auch die auf der Konferenz entwickelte Vision auf der Verbindung zum Land, gegenseitiger Verantwortung und dem festen Entschluss, trotz aller Widrigkeiten voranzugehen.




