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Bericht: Israel steht kurz vor einem Mehrfrontenkrieg

Ein umfassender Bericht, der im Februar erstmals veröffentlicht wurde, beschreibt detailliert, wie ein Mehrfrontenkrieg aussehen könnte.

Hisbollah
Illustration: Shutterstock.

Die Konflikte im Norden Israels gegen die Hisbollah nehmen eine bedrohliche Wendung an, die weit über die bisherigen Befürchtungen hinausgeht. Die Aussicht auf einen Mehrfrontenkrieg, der von massiven Raketenangriffen begleitet wird, wird immer realer. Die Hisbollah könnte täglich 2.500 bis 3.000 Raketen auf Israel abfeuern. Diese Raketen werden sowohl Kurzstreckenraketen als auch präzisionsgelenkte Langstreckenraketen umfassen, und die Hisbollah wird gelegentlich konzentrierte Angriffe auf strategisch wichtige Ziele wie Militärstützpunkte und dicht besiedelte Küstengebiete durchführen. Dieser intensive Beschuss wird bis zum letzten Kriegstag, etwa drei Wochen nach Beginn des Konflikts, anhalten.

Diese Bedrohung ist keine übertriebene Vorstellung, sondern ein tatsächlich geplanter Angriff unserer Feinde. Ein umfassender Bericht, der erstmals im Februar veröffentlicht wurde und an dem 100 hochrangige Militär-, Sicherheits- und Regierungsbeamte mitgewirkt haben, beschreibt detailliert, wie ein Mehrfrontenkrieg aussehen könnte. Die Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF) gehen davon aus, dass der aktuelle Krieg bis 2026 andauern könnte. Im September dieses Jahres könnte es zu einer weiteren Front im Norden kommen, die den Mehrfrontenkrieg auslösen würde, von dem alle sprechen.

Boaz Ganor, Bild: Oz Schechter, CC BY 3.0, via Wikimedia Commons

Professor Boaz Ganor, ein weltweit anerkannter Terrorismusexperte und Gründer des Instituts für Anti-Terrorismus-Politik, wurde im vergangenen September zum vierten Präsidenten der Reichman-Universität ernannt. Er hat in den Monaten vor dem Angriff am 7. Oktober seine Forschungsergebnisse den relevanten militärischen und politischen Kreisen vorgestellt, jedoch ohne die erhoffte Reaktion. Während des Angriffs war Ganor bereits im Bunker, als die Raketen im Zentrum Israels einschlugen. Dabei beruhigte er seine Frau und erklärte, dass die Gefahr aus dem Gazastreifen zwar ernst, aber weniger gefährlich sei als ein Angriff aus dem Norden.

Schon in der Anfangsphase des Krieges werden sich Terrororganisationen aus der gesamten Region dem Konflikt anschließen. Dazu gehören pro-iranische Milizen in Syrien und im Irak, die Hamas und der Islamische Dschihad im Gazastreifen sowie die Huthis im Jemen. Diese Gruppen sind Stellvertreter des Iran und werden eine beispiellose Zerstörung in Israel verursachen. Tausende von Opfern sowohl an der Front als auch im Hinterland würden eine nationale Panik auslösen. Ein Hauptziel der Hisbollah wird es sein, durch massiven Raketenbeschuss die israelische Luftabwehr zu überfordern und lahmzulegen. Präzisionswaffen und Tiefflugraketen, darunter UAVs, Drohnen und Marschflugkörper, werden darauf abzielen, die Iron Dome-Batterien zu beschädigen und zu zerstören.

Iron Dome in Aktion. Archivbild: Yonatan Sindel/Flash90

Die israelische Technologie wird vor einer enormen Herausforderung stehen. Die Raketenabwehrsysteme Iron Dome und Davids Schleuder werden innerhalb weniger Tage nach Beginn des Krieges erschöpft sein. Israel wird Tausenden von Raketen und Flugkörpern ausgesetzt sein, ohne über eine wirksame aktive Abwehr zu verfügen. Gleichzeitig wird die Hisbollah versuchen, den Einsatz der israelischen Luftwaffe zu stören und deren Fähigkeit, von ihren Stützpunkten aus zu operieren, einzuschränken. Schwere und präzise Raketen werden in regelmäßigen Abständen auf die Start- und Landebahnen gerichtet, um deren Instandsetzung zu verhindern oder zu erschweren. Israel hat in den letzten Jahren ähnliche Taktiken auf syrischen Flughäfen angewendet, um Landungen von Waffentransporten aus dem Iran für die Hisbollah zu verhindern. Auch die Depots mit israelischen Kampfflugzeugen F16, F35 und F15 werden unter Beschuss genommen.

Hochpräzise Raketen mit Sprengköpfen von mehreren hundert Kilogramm, darunter auch Marschflugkörper, werden auf wichtige Infrastruktureinrichtungen im Land gerichtet. Ins Visier genommen werden Kraftwerke, Entsalzungsanlagen und Wassertransportanlagen. Die Seehäfen Haifa und Ashdod werden geschlossen, was den internationalen Warenverkehr nach Israel unterbrechen wird. Schwärme iranischer Selbstmorddrohnen werden tief in israelisches Gebiet eindringen, um hochrangige Ziele zu zerstören, darunter Waffenfabriken, Notfalldepots der IDF und Krankenhäuser, die mit Verwundeten überfüllt sein werden. Solche Angriffe werden die israelischen medizinischen Teams erheblich belasten.

Israelische Sicherheitskräfte am Ort des Einschlags einer aus dem Libanon auf Nordisrael abgefeuerten Rakete in der nordisraelischen Stadt Kiryat Shmona am 10. Mai 2024. Foto: Ayal Margolin/Flash90

Die israelische Bevölkerung wird mit einer beispiellosen Zerstörung konfrontiert sein. Die massive Anzahl von Todesopfern, die umfangreichen Schäden und die Unterbrechung der Strom- und Wasserversorgung werden die Angst und Panik weiter verstärken. Zudem werden Cyberangriffe auf Verkehrsinfrastrukturen, Kommunikationsmittel und Regierungswebsites das öffentliche Leben zusätzlich lähmen. Der Straßenverkehr wird gefährlich und schwierig, da Ampelsysteme ausfallen, Raketen überall einschlagen und Massenunruhen zentrale Verkehrsadern blockieren könnten. Das Chaos im Land wird sich weiter verschlimmern, wenn Hunderte von Radwan-Terroristen der Hisbollah in israelische Siedlungen im Norden eindringen und diese in einer Bodenoperation angreifen und erobern.

Das Kriegsszenario von Ganor beinhaltet auch einen Bodenangriff der Hisbollah auf Siedlungen in Galiläa, ähnlich wie es die Hamas im Süden getan hat. Diese Angriffspläne der Hisbollah sind seit mehreren Jahren bekannt und spiegeln die strategischen Absichten des Iran wider. Der Iran hat geduldig darauf hingearbeitet, seine Ziele zu erreichen, und sieht in der Normalisierung der Beziehungen zwischen Israel und Saudi-Arabien eine große Bedrohung. Der Iran wird alles daran setzen, diese Entwicklung zu verhindern, und der Angriff vom 7. Oktober ist ein Teil dieses umfassenden Plans.

Israelische Reservesoldaten der IDF-Einheit Devorah während einer Übung an der nordisraelischen Grenze zum Libanon. 11. Februar 2024. Foto: David Cohen/Flash90

Die israelische Gesellschaft wird Schwierigkeiten haben, aktuelle und verlässliche Informationen über die Lage im Land zu erhalten. Das Vertrauen in offizielle Informationen wird sinken, während Angst und Panik zunehmen. Die Hisbollah wird psychologische Kriegsführung betreiben, um die israelische Bevölkerung weiter zu verunsichern, indem sie Drohungen und Fehlinformationen über die Medien und sozialen Netzwerke verbreitet.

Nach etwa drei Wochen intensiver Kämpfe wird der Krieg unter internationalem Druck in einem unbefriedigenden Unentschieden enden. Die Hisbollah wird weiterhin Raketen auf die israelische Heimatfront abfeuern und gleichzeitig Abschussanlagen tief im libanesischen Territorium aktivieren.

Das Raketenabwehrsystem Iron Dome fängt Raketen aus dem Libanon ab, gesehen über dem Hula-Tal am 12. April 2024. Foto: Ayal Margolin/Flash90

Israels Situation hat sich seit dem 6. Oktober verändert. Überraschungen wie ein Bodenangriff im Norden sind jetzt weniger wahrscheinlich. Die Hisbollah zögert, einen umfassenden Krieg zu beginnen, weil sie die mögliche Reaktion Israels und verheerende Auswirkungen im Libanon fürchtet. Nach dem Tod des iranischen Präsidenten Ebrahim Raisi und seines Außenministers Hossein Amirabdollahian bleibt abzuwarten, wie sich dies auf die Pläne der schiitischen Milizen im Nahen Osten auswirken wird. Eines ist jedoch sicher: Solange das jüdische Volk in seiner Heimat lebt, werden die Feinde Israels stets auf der Lauer liegen, um das Land zu zerstören.

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Patrick Callahan

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2 Kommentare zu “Bericht: Israel steht kurz vor einem Mehrfrontenkrieg”

  1. Kurt Schneiter sagt:

    Vielleicht sollte sich Israel wieder einmal an die Geschichte von David und Goliath erinnern. Weiter vielleicht auch wieder wer dabei Hilfe gab.
    Warum lese ich nie, durch Gottes Hilfe werden wir diese Gefahr bodigen. Nein im Gegenteil, es wird Furcht und Angst geschürt!
    Israel erwacht! Ihr seit das auserwählte Land Gottes!

  2. Matthias Pletz sagt:

    Wie es mein Vorredner sagt: Israel erwacht! Ihr seid das auserwählte Land Gottes! Der Herr der Heerscharen selbst kämpft für sein Volk und seine geliebte Stadt!
    Und es wird noch einen Mehrfrontenkrieg geben, und auch diesen, wie alle anderen vorher, wird Der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs gewinnen:
    Der Satan wird umherziehen, um die Völker der ganzen Erde, die Gog und Magog genannt werden, zu verführen. Er wird sie zum Krieg sammeln – zu einem mächtigen Heer, so zahllos wie der Sand am Meer. Und ich sah sie, wie sie über die ganze Breite der Erde heraufzogen und Gottes Volk und die geliebte Stadt umzingelten. Doch vom Himmel fiel Feuer auf sie herab und vernichtete sie. Off. 20, 8-10 (Neues Leben. Die Bibel)

    Matitjahu

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