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Tacheles mit Aviel – Jemenitische Piraten im Dienst der Perser

Tacheles, offen und unverblümt sage ich meine Meinung. Die Huthis im Jemen sind strategische Akteure der Perser im Nahen Osten, an der strategisch wichtigsten Meerenge zwischen dem Fernen Osten und Europa, Bab el Mandeb im Roten Meer.

Huthis
Foto: Shutterstock

Am Bab el Mandeb, übersetzt „Tor der Klage“ oder „Tor der Tränen“, treiben jemenitische Piraten ihr Unwesen und ärgern die ganze Welt. Die Huthis sind weder eine Militär- noch eine Seemacht. Ihr einziger Vorteil ist ihre geografische Lage zwischen dem Indischen Ozean und dem Mittelmeer mit dem Suezkanal dazwischen. Und Piraten wissen, wie man verrückt spielt und Chaos stiftet. Auslöser für den Wahnsinn im Roten Meer waren Israel und Jerusalem.

Mit monatlich 100 US-Dollar pro Huthi und dem Slogan „Jerusalem und die Palästinenser sind in Gefahr“ wurden die jemenitischen Kämpfer von den Persern gegen Israel mobilisiert. Doch in den letzten Wochen scheinen die Perser die Kontrolle über die Huthis verloren zu haben. Die Huthis verärgern andere Länder mehr als Israel. Im Nahen Osten hängt alles mit allem zusammen, und in diesem Fall können die Huthis das Friedensabkommen Israels mit Ägypten gefährden. Und das wirft natürlich die Frage auf, ob die Perser ein Interesse daran haben, das Bündnis Israels mit den Ägyptern zu zerstören. Schließlich sind Israel und Ägypten Semiten, und die Perser, die Iraner, sind keine Semiten, sondern Nachkommen Hams. Ein Überblick über die Zerbrechlichkeit der gegenwärtigen Situation in unserer Region.

Damit hatte selbst der iranische Präsident Ebrahim Raisi nicht gerechnet. Das Regime der Ayatollahs in Teheran wurde von unerwarteter Seite aufgefordert, die Huthis einzudämmen. Die Chinesen verlangen nicht umsonst von den Persern, die Jemeniten an der Meerenge Bal el Mandeb im Roten Meer zu beruhigen. Vorgestern bekannten sich die Huthis dazu, den britischen Öltanker MARLIN LUANDA mit einer ballistischen Rakete angegriffen zu haben. Dadurch sei das Schiff in Brand geraten. Nach verschiedenen Quellen handelte es sich bei dem Öl an Bord des Tankers um russisches Öl, das auf dem Weg nach Singapur war. Russisches Öl wird von den Huthis beschossen, die für die Perser arbeiten, die wiederum mit den Russen verbündet sind. Russland ist mit China und dem Iran verbündet.

Die Huthis im Jemen scheinen auf alles zu schießen, was sich vor ihrer Küste im Wasser bewegt. Bab el Mandeb ist eine etwa 27 Kilometer breite Meerenge. Sie verbindet das Rote Meer mit dem Golf von Aden, der zum Arabischen Meer und damit zum Indischen Ozean gehört. Schiffe, die die Meerenge passieren, sind in Reichweite von landgestützten Anti-Schiffsraketen, Drohnen und sogar Haubitzen.

Auf der einen Seite besteht die Gefahr, dass der Iran die Handelsbeziehungen mit Peking beeinträchtigt. Reuters beruft sich auf vier iranische Quellen, die mit der chinesischen Warnung vertraut sind. Die Chinesen haben wohl begriffen, dass sie damit ein Eigentor schießen, denn auch die großen Frachter aus Fernost mit chinesischen Produkten wollen über das Rote Meer und den Suezkanal nach Westen. Doch die Huthis blockieren die Meerenge bei Bab el Mandeb und machen, was sie wollen – im Auftrag der Perser.

Auf der anderen Seite bereiten die Huthis noch jemand anderem im Nahen Osten Kopfschmerzen, was für Israel noch gefährlicher werden könnte. Ägypten. Die Beziehungen zwischen Israel und Ägypten sind seit dem Ausbruch des Gaza-Krieges auf einem Tiefpunkt. Zum einen befürchten die Ägypter einen Zustrom palästinensischer Flüchtlinge aus dem Gazastreifen, zum anderen fügen die Huthis Ägypten durch Raketenangriffe auch auf Schiffe im Roten Meer wirtschaftlichen Schaden zu.

Siehe auch: Tacheles mit Aviel – Vielleicht müssen wir uns bei den Huthis bedanken

Ägypten hat 1979 als erstes arabisches Land Israel anerkannt. Doch im Schatten des Gaza-Krieges sind die Beziehungen zwischen den beiden Ländern in eine gefährliche Krise geraten. Zusätzlich belastet werden die Beziehungen durch die Blockade des Bab el Mandeb durch die Huthis, die damit ihre Unterstützung für die Palästinenser zum Ausdruck bringen und die Schifffahrt durch den Suezkanal verhindern. Nach Angaben der Suezkanal Behörde hat Ägypten in diesem Jahr bereits 40 Prozent seiner Einnahmen aus der Durchfahrt des Suezkanals im Vergleich zum Vorjahreszeitraum verloren. Der Verkehr durch den Suezkanal ist um rund 30 Prozent zurückgegangen. Rund 12 Prozent des weltweiten Seehandels werden durch den Suezkanal abgewickelt. Im Jahr 2020 passierten 18.829 Schiffe den Suezkanal. Die ägyptische staatliche „Suez Canal Authority“ (SCA) nimmt jährlich mehr als 5 Milliarden US-Dollar ein, im Durchschnitt etwa 300.000 US-Dollar pro Passage. Schätzungen zufolge werden bis zu 15 Prozent des Welthandels und 20 bis 30 Prozent der in den Häfen der US-Ostküste ankommenden Fracht durch den Suezkanal transportiert. Sollte die Krise andauern, drohen Ägypten Verluste in Milliardenhöhe, was sich dramatisch auf die Beziehungen zu Israel auswirken wird. Der Trigger für alles ist Israel.

300.000 US-Dollar pro Passage, der Suezkanals ist für Ägypten eine wichtige Einnahmequelle. Bild: Shutterstock.

„Der sogenannte kalte Frieden ist sowohl auf Regierungsebene als auch auf ziviler Ebene noch kälter geworden“, sagte Ofir Winter, ein führender Forscher am Israel Institute for National Security Studies (Israelisches Institut für nationale Sicherheitsstudien), der amerikanischen Zeitung Wall Street Journal. Diese tiefe Abkühlung könnte weitreichende Folgen haben. Trotz der politischen Spannungen ist Ägypten für Israel ein wichtiger Sicherheitspartner. Israel hat Ägypten in den vergangenen Wochen auch dazu gedrängt, eine israelische Militärpräsenz entlang der Grenzstraße Philadelphia zwischen dem Gazastreifen und Ägypten zu akzeptieren. Ebenso sollten israelische Patrouillen auf ägyptischem Territorium erlaubt werden, um den Waffenschmuggel der Hamas vom Sinai in den Gazastreifen zu unterbinden. Ägypten lehnte die Forderung Israels mehrfach ab. Israel wirft Ägypten zudem vor, der Hamas den Waffenschmuggel in den Gazastreifen ermöglicht zu haben. „Ägypten hat bei der Kontrolle dessen, was in den Gazastreifen kommt, keine gute Arbeit geleistet“, sagte ein hochrangiger israelischer Armeekommandeur in israelischen Medien.

Der Krieg hat die wirtschaftlichen und zivilen Beziehungen zwischen beiden Ländern beeinträchtigt. Die Direktflüge zwischen Kairo und Tel Aviv wurden eingestellt, und der israelische Tourismus in Ägypten ist zum Erliegen gekommen. Ich kenne niemanden, der in diesen Tagen in den Sinai fährt. Bis zum 6. Oktober waren wir zwei oder drei Mal im Jahr im Sinai. Ebenso wurden alle Treffen des East Mediterranean Gas Forum (EMGF oder EGF), auch bekannt als EastMed Gas Forum, abgesagt. Diese ägyptische Initiative galt für die anderen Gründungsmitglieder – Zypern, Griechenland, Israel, Italien, Jordanien und die Palästinenser – als Schritt zur Entwicklung eines regionalen Gasmarktes, um das Gaspotenzial voll auszuschöpfen. Doch jetzt besteht kein Vertrauen zwischen den Ländern.

Ägypten macht Israel für das Schicksal der palästinensischen Zivilbevölkerung im Gazastreifen verantwortlich und befürchtet, dass die Hamas mit den Flüchtlingen in den Sinai eindringen und ein Sicherheitsrisiko für Ägypten darstellen könnte. Der ägyptische Präsident Fattah el Sisi zeigte sich unzufrieden mit Äußerungen israelischer Politiker, die eine freiwillige Umsiedlung von Palästinensern in den Sinai fördern wollen. Der ägyptische Militärgeheimdienst fand zwar keine Hinweise auf einen Plan zur Umsiedlung der Palästinenser, doch die Äußerungen überzeugten die ägyptische Regierung von der Existenz eines solchen geheimen israelischen Plans. Als Reaktion darauf erklärte Ägypten, dass jeder Versuch, Millionen vertriebener Palästinenser nach Ägypten umzusiedeln, die Beziehungen zwischen den beiden Ländern beenden würde. Doch der ehemalige US-Botschafter in Israel und Ägypten, Daniel Kurtzer, glaubt, dass beide Länder mehr aufeinander angewiesen sind, als man denkt. „Beide befinden sich inmitten eines Krieges und Spannungen sind eine natürliche Reaktion“, sagt Kurtzer. Die USA und Großbritannien haben mit Luftangriffen gegen die jemenitische Miliz begonnen. Auch die EU erwägt ein Eingreifen. Schon vor zwei Monaten wollte Israel die Huthis im Jemen bombardieren, aber Washington sagte nein.

Mal sehen, wie lange die Huthis den Westen noch nerven. Da ich einige jemenitische Juden unter meinen Freunden habe, weiß ich, wie sehr die Jemeniten Khat-Blätter kauen.

Khat sind die berauschenden Blätter (Catha edulis) zum Kauen, die im Jemen zum Straßenbild gehören, wie auch hier in Israel unter den jemenitischen Gemeinden. Man sagt, dass die Gedanken nach mehr als zehn Minuten kristallklar werden, nachdem man die zerkauten Khat-Blätter in der linken Wange verstaut hat. Auch meine Freunde kauen das Zeug, das eigentlich Rauchgift ist, aber in Israel wegen der jemenitischen Tradition legal ist. „Und solange in Bab el Mandeb Khat gekaut wird, werden die Huthis auf alles schießen, was sich auf dem Meer bewegt“, sagt mein jemenitischer Freund Amnon aus einem Moschaw unweit des Gazastreifens halb zynisch, halb ernst.

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Patrick Callahan

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3 Kommentare zu “Tacheles mit Aviel – Jemenitische Piraten im Dienst der Perser”

  1. Andrew Manner sagt:

    Biden versagt hier auf der ganzen Linie, weil er Angst hat Stimmen zu verlieren, wenn sich der Konflikt hier ausweitet.
    Hier wäre Trump im Moment der bessere Präsident. Der würde im Jemen aufräumen und auch dem Iran einheizen!

  2. Theodor Fritz sagt:

    Da ist wohl etwas durcheinander geraten. Israel ist ein semitisches Volk, die Iraner Indogermanen und in Ägypten sind ursprünglich Hamiten zuhause (Psalmen 105, 27 und 106, 22). Durch die Eroberungskriege der Araber sind sicher auch in Ägypten im Verlauf Araber ansäßig geworden.

  3. Willi Weglehner sagt:

    Gut, dass du sie mal beim Namen nennst, lieber Aviel: Die Perser.
    Die verspürten schon immer den Drang nach Westen, bis sie in der Seeschlacht bei Salamis von den Griechen eine aufs Haupt bekamen.

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