Tacheles mit Aviel – Veränderungen gehören mit zum Spiel

Tacheles, offen und unverblümt sage ich meine Meinung. Wer mich kennt, weiß das. Mit Klartext und ohne Umschweife werde ich Themen in dieser neuen Serie auf den Kern der Sache bringen.

Jerusalem wird nie alt, es erfindet sich immer wieder neu
Jerusalem wird nie alt, es erfindet sich immer wieder neu Foto: Olivier Fitoussi/Flash90

Es stimmt, der Inhalt einer Zeitschrift ist dynamisch, denn unser Leben verändert sich. Auch wenn sich Gott nicht verändert, so kann Gott uns verändern. Wachstum bedeutet Veränderung. Glauben heißt, unterwegs sein, weiter gehen, wachsen. Glaubt mir, dass einzige was sich nicht verändert, sind die Veränderungen im Leben. Wenn ich zurückschaue, dann sehe ich, wie jede Zeit ein anderes Kapitel im Leben darstellt. Man muss das nur in dieser Hinsicht verstehen und davor keine Angst haben. Veränderungen machen das Leben lebendig, ansonsten wäre alles langweilig. Ja, auch Gottes Namen und seine Wege haben sich verändert, nicht aber sein Wesen.

Israels Existenz ist eine Tatsache, genau wie sein Wesen. Aber die Realität im Land hat sich in den knapp 75 Staatsjahren verändert. Natürlich wirkt sich das auf unser Leben, unsere Gefühle und Vorstellungen aus. Und das kommt auch in den Artikeln und der Art zu schreiben zum Ausdruck, aber dies ändert nicht das Wesen und die Idee von Israel Heute in Jerusalem.

Es gibt Menschen, die wünschen sich, dass wir nur über die Heilsgeschichte Israels schreiben, andere wünschen sich mehr Politik. Dann gibt es jene, die vermehrt nach Auslegungen von Prophezeiungen und messianischen Themen suchen, wobei sich wieder andere nur für schöne Fotos aus dem Heiligen Land oder hübsche Israelinnen interessieren. Wisst Ihr was, auch Nachrichten und Meldungen sind am Ende des Tages Geschmacksache, denn jeder hat seine eigene Vorstellung von Israel. Und aus diesem Schlachtfeld heraus berichten wir über das Zeitgeschehen im Land und im Nahen Osten in unserer Nachbarschaft. Auch dort hat sich vieles geändert.

In der Pionierzeit standen der Aufbau, die Kibbuzim, die Jaffa-Orangen und die ruhmreichen Kriege im Mittelpunkt der Medien. Alles wurde schwarzweiß abgebildet, auch die orangenen Apfelsinen. Bunte Fotos und Filme gab es eher selten. Mit der Wiedervereinigung Jerusalems 1967 erwachte die messianische Idee des dritten Tempels und des baldigen Kommens des Messias oder die Wiederkehr Jesu für die Christen. Die biblischen Verheißungen wurden damit noch deutlicher, für Juden und Christen. Zu diesem Zeitpunkt formte sich die PLO, die den Palästinenserkonflikt mit Terroranschlägen weltweit vermarktete. Es folgte ein Friedensvertrag mit Ägypten. Parallel haben sich Juden im biblischen Kernland Judäa und Samaria niedergelassen. Später sind Aufstände wie die erste und zweite Intifada ausgebrochen, was schließlich zum gescheiterten Osloer Abkommen führte. Und trotz aller Schwierigkeiten entwickelte sich Israel zu einer erfolgreichen Wirtschaft, aber leckt auch seine Wunden im Volk. Das Volk ist sich heute uneinig, mehr als in den oben erwähnten Stationen der Staatsjahre Israels.

Darüber berichten wir seit knapp 45 Jahren, und was früher einmal relevant war, ist heute weniger oder gar nicht mehr relevant. Israel ist rechtsgerichteter und religiöser geworden und wird mit anderen Problemen konfrontiert. Nicht der Konflikt mit den Palästinensern steht im Rampenlicht, sondern der jüdische und israelische Charakter des Staates Israel. Es sind dieselben Spannungen im Volk, wie zur Zeit Jesu in Jerusalem, zwischen traditionellen, religiösen und orthodoxen Juden. Um dies zu verstehen, muss man auf den biblischen Charakter der Kinder Israels zurückblicken. Schon in der Bibel existierte Israel im Konflikt mit sich selbst und mit Gott, und dies schreit heute zum Himmel. In unseren Berichten geben wir verschiedenen Gesichtspunkten aus Jerusalem eine Stimme, damit unsere Leser einen breiten Einblick in die Fortsetzung des Klassikers erhalten. Das Wesen wird sich nicht ändern, aber die Brennpunkte im Land und Volk haben sich verschoben, damit auch Vorstellungen, Worte und Auslegungen. Ja, das war es für heute. Noch einen gesegneten Tag!

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Patrick Callahan

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2 Kommentare zu “Tacheles mit Aviel – Veränderungen gehören mit zum Spiel”

  1. jotfried sagt:

    Die Wiederkehr Jesu ist konkret erfolgt für alle, die Johannes 17 „verdaut haben“.

  2. Theodor Fritz sagt:

    Zum Zeitschriftinhalt:
    Die Fotografie-Geschichten zum Hebräisch-Lernen würden sich auch im neuen Zeitschrift-Outfit gut machen. Bitte lasst sie wieder aufleben.

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