Wie in einer Luftblase

Während man im Ausland noch immer mit Ausgangssperren und anderen Einschränkungen beschäftigt ist, scheinen wir uns hier in Israel in einer Luftblase der Normalität zu befinden.

Wie in einer Luftblase
Olivier Fitoussi/Flash90

Guten Morgen liebe Leser!

Ein neuer Tag beginnt, wir haben schon wieder Dienstag. Hoffen wir, dass es ein guter Tag wird, so, wie es sich für den Dienstag gehört. Jede neue Woche bringt uns noch etwas mehr Normalität, wie wir sie vor dem Coronajahr gekannt hatten. Ab der kommenden Woche soll es bei öffentlichen Veranstaltungen keine Beschränkungen der erlaubten Zuschauerzahl geben. Endlich können wir wieder volle Fußballstadien sehen. Vorerst gilt das noch immer nur für die zweimal geimpften Menschen oder eben für diejenigen, die einen negativen Coronatest vorlegen können, der nicht älter als 24 Stunden sein darf. Aber auch hier werden bald weitere Lockerungen erwartet. Denn die Zahlen der Neuinfizierungen gehen immer weiter nach unten. Mehr als 5 Millionen Israelis leben in einer Gemeinde, in der es nicht einen einzigen Coronafall gibt. Die Chance, dass sich das Virus erneut ausbreiten kann, ist also sehr gering.

Dafür gibt es eigentlich nur noch einen Weg, unser Flughafen. Der wurde jetzt von Gesundheitsexperten als die Achillesferse Israels bezeichnet, wenn es um die Gefahr einer erneuten Ausbreitung des Virus geht. Daher wird jetzt überlegt, die Quarantänepflicht für Israelis die aus besonders “roten” Ländern nach Israel zurückkehren, wieder einzuführen.  Dabei wurde besonders Indien erwähnt, das zurzeit am meisten unter Corona zu leiden hat. Aber auch Brasilien und die Ukraine befinden sich auf der Liste.

Israels Archillesferse, der Ben Gurion Flughafen

Sie sehen, die Normalität ist momentan eben nur auf unser kleines Land beschränkt. Es ist wie eine Luftblase inmitten des Chaos. Nur in dieser Blase ist ein fast normales Leben wieder möglich. Die Frage ist, wie lange wir uns noch von der Außenwelt abkapseln können.

Vor ein paar Wochen habe ich mir etwas gegönnt und mir zwei Streamer bestellt, über die ich jetzt so gut wie alle deutschsprachigen Fernsehsender live sehen kann. Oft sehe ich dann die Nachrichten auf n-tv oder der Welt. dann scheint es mir so, als würde ich in einer ganz anderen Welt leben. Dort wird von nächtlichen Ausgangssperren und einer verschärften Maskenpflicht oder dem Mangel an Impfstoffen gesprochen, während wir hier bei uns ohne Maske durch die Stadt gehen können. Wir müssen uns bei keinem Geschäft anmelden, um dann dort für ein paar Minuten einkaufen zu können. Alle Cafés und Restaurants haben geöffnet.

Und das wohl bedeutendste Zeichen  dafür, dass wir uns wieder im normalen Alltag befinden, sind die Verkehrsstaus, die jetzt auch wieder Thema in den täglichen Nachrichten sind. Die Zeit, in der ich bequem um 9 Uhr morgens von Modiin nach Jerusalem fahren kann, ist vorbei. Wenn ich problemlos und ohne Stau fahren will, dann muss ich spätestens um 7 Uhr morgens aus dem Haus. Sonst kann die Fahrt auch mal eine Stunde oder sogar länger dauern. Ohne Stau brauche ich nur knapp 30 Minuten.


Wieder in den Schlagzeilen: die Staus

Das obige Video zeigt die berühmte Ayalon Schnellstraße, die durch Tel Aviv führt. Es ist fast völlig egal, zu welcher Zeit man dort fährt, man steht fast immer im Stau. Daher vermeide ich so gut es geht, dort überhaupt zu fahren. Gut, dass wir von Modiin recht bequem mit dem Zug nach Tel Aviv fahren können.

Meine Tochter macht das jetzt immer mehr, sie studiert jetzt schon zweimal pro Woche in ihrer Hochschule anstatt zu Hause vor dem Laptop. Ab dem kommenden Studienjahr soll der Unterricht dann nur noch in der Hochschule stattfinden. Dann wird sich unsere Tochter endlich wie eine echte Studentin fühlen und unsere Wohnung wird nicht mehr wie ein Design-Studio aussehen mit Stoffresten, Nadeln und Fäden in jeder Ecke.

Normales Leben in Tel Aviv

Und wissen Sie was? Auch wenn wir hier in Israel momentan in einer Luftblase der Normalität leben, ich liebe diese Blase und bin zufrieden, dass wir es geschafft haben, das Coronavirus in den Griff zu bekommen. Ich wünsche mir, dass auch Sie es bei Ihnen zu Hause bald schaffen werden, wieder in ein normales Leben zurückzukehren. Ich möchte gerne mal wieder meine Heimatstadt Oldenburg besuchen. Und nun das Wetter.

 

Das Wetter für heute in Israel

Teilweise bedeckt bis heiter. Im Norden können am Vormittag ein paar Regentropfen fallen. Noch etwas kühler. Für heute werden folgende Höchsttemperaturen erwartet: Jerusalem 21 Grad, Tel Aviv 24 Grad, Haifa 19 Grad, Tiberias am See Genezareth 27 Grad, am Toten Meer 28 Grad, Beersheva 26 Grad, Eilat am Roten Meer 31 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist unverändert und liegt bei – 209,125  m unter dem Meeresspiegel. Es fehlen 32,5 Zentimeter bis zur oberen Grenze.

Heute habe ich kein Wort über Politik gesprochen. Ich habe einfach keine Lust mehr und hoffe, dass unsere Politiker endlich Verantwortung zeigen werden und uns nicht in einen erneuten Wahlkampf reißen werden. Und nun wünsche ich Ihnen im Namen der ganzen Redaktion von Israel Heute einen wunderbaren Dienstag. Machen Sie es gut.

 

Schalom aus Modiin!

 

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