WHO „angewidert“ von Israels COVID-Impfstoff-Aktion

Ohne den jüdischen Staat beim Namen zu nennen, verurteilen WHO-Beamte die massenhafte Verteilung einer „unnötigen“ dritten Impfdosis

von Ryan Jones | | Themen: Coronavirus
Die WHO ist nicht glücklich über Israels Hortung von Impfstoffdosen und die Verteilung von COVID-Auffrischungsimpfungen. Foto: Miriam Alster/Flash90

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Israel zwar nicht ausdrücklich erwähnt, aber der jüdische Staat gehört zweifellos zu den Ländern, deren derzeitige COVID-19-Impfpolitik sie als „schändlich“ bezeichnet.

Bruce Aylward, der WHO-Beauftragte für die Coronavirus-Pandemie, erklärte am Dienstag auf einer Live-Veranstaltung in den sozialen Medien, dass eine relativ kleine Zahl wohlhabenderer Länder Impfstoffdosen hortet, so dass ärmere Länder nicht in der Lage sind, ihre Bevölkerung angemessen zu impfen.

 „Es gibt wahrscheinlich 20 Personen auf der Welt, die für die Lösung dieses Gerechtigkeitsproblems entscheidend sind“, erklärte Aylward. „Sie stehen an der Spitze der großen Unternehmen, die dafür verantwortlich sind, sie stehen an der Spitze der Länder, die die meisten Impfstoffe der Welt beziehen, und sie stehen an der Spitze der Länder, die sie herstellen.“

Das Ergebnis der Absprachen zwischen diesen 20 Personen ist, dass in den Ländern mit hohem Einkommen durchschnittlich 104 Impfdosen pro 100 Bürger verabreicht wurden, während in den ärmsten 29 Ländern der Welt nur 2 Dosen pro 100 Bürger verabreicht wurden.

„Wir sollten uns kollektiv vor uns selbst ekeln“, betonte Aylward.

 

Impfstoffvorrat ist eine Quelle des Stolzes

Der WHO-Beamte nannte zwar keine Länder namentlich, aber Israel steht ganz oben auf der Liste der Länder, die es geschafft haben, im vergangenen Jahr mehr als genug Impfstoffdosen zu beschaffen.

Es war sogar so etwas wie eine Quelle des nationalen Stolzes, dass Israel einmal über so viele Impfdosen verfügte, dass es einige davon an andere Länder verschenkte.

 

Unnötige Auffrischungsimpfung?

Israels gut gefüllter Impfstoffvorrat hat es auch ermöglicht, Hunderttausenden von Bürgern über 60 Jahren eine dritte „Auffrischungsimpfung“ zu geben. Die Regierung erwägt nun, jedem Bürger über 45 Jahren eine dritte Dosis zu verabreichen.

Die WHO hält die Verteilung von Auffrischungsimpfungen jedoch nicht nur für unnötig, sondern auch für ein klares Indiz für die grobe globale Ungleichheit bei Impfungen.

„Es gibt noch keine wissenschaftlichen Beweise für die Notwendigkeit einer dritten Dosis“, betonte Mariangela Simao, die stellvertretende Generaldirektorin der WHO für den Zugang zu Arzneimitteln, Impfstoffen und Pharmazeutika.

Letzte Woche forderte die WHO einen sofortigen Stopp der COVID-19-Auffrischungsimpfungen. Die einzigen Länder, die derzeit eine dritte Impfdosis verabreichen, sind Israel, Russland und Ungarn. Deutschland und Frankreich werden voraussichtlich am 1. September damit beginnen.

Dieser Appell stieß im jüdischen Staat auf taube Ohren, wo die Regierung verzweifelt versucht, eine vierte Coronavirus-Infektionswelle vor dem neuen Schuljahr und den bevorstehenden jüdischen Feiertagen einzudämmen.

Premierminister Naftali Bennett vertritt vehement die Auffassung, dass die Impfung von nahezu 100 % der Bevölkerung (einschließlich der Kinder über 12 Jahren) und die Auffrischungsimpfung aller Senioren die einzige Möglichkeit ist, einen weiteren Lockdown zu verhindern.

Zweifellos ist jede Nation mehr darauf bedacht, dass ihre eigene Wirtschaft auf dem Weg der Besserung bleibt, als darauf, ob andere Länder theoretisch den gleichen Zugang zum Impfstoff haben oder nicht.

Israel Today Newsletter

Daily news

FREE to your inbox

Israel Heute Newsletter

Tägliche Nachrichten

KOSTENLOS in Ihrer Inbox