Israel hat gewählt, doch niemand kann regieren. Während Benjamin Netanjahu und Gadi Eisenkot um die Macht ringen, sind ausgerechnet die arabischen Parteien zum entscheidenden Machtfaktor geworden. Das erinnert an die 1990er-Jahre, als arabische Knessetabgeordnete Rabins umstrittenen Oslo-Friedensprozess parlamentarisch absicherten. Heute stellt sich erneut die Frage, wie weit ihr Einfluss auf Israels politische Zukunft reichen könnte und ob die jüdischen Parteien bereit sind, ihre Spaltung zu überwinden. Die Warnung ist unmissverständlich: Wer sich gegenseitig politisch lähmt, riskiert, dass arabische Kräfte entscheidenden Einfluss auf die Zukunft des jüdischen Staates gewinnen.
Israel hat gewählt, doch eine Regierungsmehrheit ist nicht in Sicht. Nach Auszählung aller Stimmen kommt Benjamin Netanjahus Block auf 53 Mandate, der Oppositionsblock von Gadi Eisenkot auf 48 und die arabischen Parteien auf 19 Sitze, nahezu doppelt so viele wie bei der vorherigen Wahl. Für eine Mehrheit in der Knesset braucht es 61 Mandate. Netanjahu fehlen acht Sitze, doch die Opposition will ihn ablösen. Eisenkot fehlen 13 Mandate, doch Teile seines Lagers lehnen eine Zusammenarbeit mit...
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