Welch Ironie: Homophobe PA wirft Israel Schikane vor

In der arabischen Welt herrscht ohne Ausnahme Homophobie, und doch ist es Israel, das den ganzen Hass abbekommt.

LGBT Fahne
Tomer Neuberg/Flash90

Die aktuelle Verfolgung von Mitgliedern der LGBT Gemeinschaft in der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) erinnert stark an den allgemeinen Stand der Lage dieser Gruppen in der arabischen und muslimischen Welt.

Ohne zu übertreiben, kann man von einem regelrechten Akt des Terrors sprechen, als die PA am 18. August ein Treffen der örtlichen LGBT Organisation mit dem Namen al-Qaws verhinderte, die als Schirmorganisation für kleinere LGBT Gruppen gilt. Die palästinensische Polizei verhinderte dabei nicht nur gewaltsam jegliche Aktivitäten der al-Qaws Aktivisten, sondern drohte ihnen auch im Falle von zukünftigen Kampagnen mit Konsequenzen. Die PA ging sogar so weit, ihre Bürger dazu anzustiften, jedes aktive LGBT Mitglied umgehend zu melden.

In einer Erklärung des palästinensischen Polizeisprechers Louay Arzeikat an die Einwohner von Nablus hieß es: „Die palästinensische Polizei wird keine Zusammenkünfte zulassen. Von vergangenen Treffen dieser Art in der Stadt Nablus hatte die Polizei keinerlei Kenntnis. Diese Zusammenkünfte sind nicht im Sinne der konservativen Natur der Stadt und beschädigen die Werte unserer Einwohner und der Stadt Nablus. Ein Treffen dieser Art wäre eine Beleidigung unserer Tradition und ein Schlag ins Gesicht unserer Werte, die sich die palästinensische Gesellschaft im Laufe ihrer Geschichte angeeignet hat.

Der Polizeisprecher versicherte Informanten gegenüber volle Anonymität im Austausch für Informationen über LGBT Aktivitäten.

Die scharf formulierte Erklärung, die im Grunde genommen Homosexuelle als Kriminelle einstuft, muss von höherer Stelle gekommen sein, vielleicht sogar von höchster Ebene der PA.

Das Treffen in Nablus wurde natürlich abgesagt, doch viel schwerer wiegen nun die Sorgen über die salonfähig gemachte Hetze und Verfolgung gegen die palästinensische LGBT Gemeinde. Eines der Mitglieder berichtete: „Wir haben hunderte von Drohungen und Hassmails erhalten. Diese Attacke ist beispiellos. Sie nennen uns Verräter und Abartige, viele fordern unsere Auslöschung. Wir haben Angst um unser Leben.“

Die arabische Welt kann ohne Ausnahme als das, was westliche Liberale „homophob“ nennen, charakterisiert werden. Es gibt keinen einzigen arabischen Staat, in dem homosexuelle Rechte anerkannt werden, und jene Staaten, die sich islamische Grundsätze zu eigen gemacht haben (Scharia Gesetze) betrachten Homosexualität sogar als eine Straftat. Es gibt einige Länder, die mehr oder weniger tolerant sind, das Problem bleibt jedoch überall dasselbe.

In islamischen Gesellschaften stellen sich Homosexuelle nicht öffentlich zu ihrer sexuellen Identität, die meisten leben mit der Angst, von einem Familienmitglied oder gar örtlichen Behörden ermordet zu werden. Sie leben sozusagen im Untergrund. Die Situation wird immer schlimmer. Muslimische Geistliche hetzen in aggressivster Weise gegen die LGBT Gemeinschaft. Der neuste Trend unter diesen „heiligen Männern“ ist der, dass behauptet wird, Homosexualität sei eine Krankheit, die vom Westen eingeschleust worden sei, um die konservative arabische Gesellschaft zu zerstören.

Im Kontrast dazu mutet Israel wie ein Paradies für die LGBT Gemeinde an, nicht umsonst nennen viele Tel Aviv die „Gay Hauptstadt“ des Nahen Ostens. Es verwundert also nicht, dass immer wieder Mitglieder der LGBT Gemeinde aus der PA im jüdischen Staat Asyl suchen. Und das wird auch so weitergehen, denn die Intoleranz innerhalb der arabischen Staaten wird immer größer. Wer sich jedoch weiter mit Apartheid-Vorwürfen und Verfolgungs- und Schikane-Beschuldigungen herumschlagen muss, ist Israel. Und das ist an Ironie kaum zu überbieten.

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