Warum Israel seine EL AL nicht am Boden lassen kann Moshe Shai/Flash90
Coronavirus

Warum Israel seine EL AL nicht am Boden lassen kann

Wegen der Coronakrise befindet sich Israels Fluggesellschaft EL AL kurz vor dem Zusammenbruch. Nun soll sie zur Rettung vorerst verstaatlicht werden.

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Die Coronavirus-Pandemie hat den Tourismus in Israel ruiniert. EL AL, die nach israelischem Recht alle stornierten Flüge, die nicht umgebucht wurden, zurückerstatten musste, beendete das erste Quartal 2020 mit Verlusten von über 140 Millionen Dollar. 95 Prozent der Beschäftigten sind in unbezahltem Urlaub, alle Passagier- und Frachtflugzeuge bleiben seit Monaten am Boden.

Um das Unternehmen vor dem Konkurs zu bewahren, hat die Regierung jetzt einen Plan zur Verstaatlichung ausgearbeitet. Damit soll das Aushängeschild der israelischen Luftfahrt gerettet werden, zumindest bis eine andere Lösung gefunden werden kann. Die „sicherste Fluggesellschaft der Welt“ wurde 1948 zusammen mit dem Staat Israel geboren, dann aber 2004 privatisiert. „EL AL ist so existentiell für den Staat Israel, dass sie nicht an ein fremdes Land, etwa China, verkauft werden könnte“, meinte Victor Gregorian, Sicherheitschef am Internationalen Flughafen Eilat, gegenüber Israel Heute. „Die Fluggesellschaft muss in der Hand der Juden bleiben“, sagte er. „Im Kriegsfall wird nur die EL AL tausende Reservesoldaten nach Israel fliegen, damit sie sich zum Einsatz melden können.“ Flash90 (image)