Warum Frieden mit dem Sudan wichtig ist, zumindest symbolisch

Die afrikanische muslimische Nation ist bitterarm und hat diplomatisch wenig Einfluss. Aber es gibt da eine Sache…

Warum Frieden mit dem Sudan wichtig ist, zumindest symbolisch
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Der Sudan steht unter starkem amerikanischen Druck, Frieden mit Israel zu schließen.

Seit Februar dieses Jahres, als Premierminister Benjamin Netanjahu sich heimlich mit dem sudanesischen Präsidenten Abdel Fattah al-Burhan traf, ist die Rede von sich erwärmenden Beziehungen zwischen Israel und dem Sudan in aller Munde. Es wird viel darüber spekuliert, dass der Sudan nach den Vereinigten Arabischen Emiraten und Bahrain das nächste regionale Land sein könnte, das die Beziehungen zu Israel normalisiert, da die afrikanisch-muslimische Nation, ihr Image auf der internationalen Bühne wiederzubeleben versucht

 

Was hat der Sudan zu bieten?

Während eine Normalisierung der Beziehungen zu den VAE und Bahrain für Israel viele Vorteile mit sich bringt, könnten sich einige fragen, ob dies auch für den Frieden mit dem Sudan gilt.

Sicher, Frieden mit jedem Staat der arabischen Welt (oder der Arabischen Liga) ist wichtig, und die Möglichkeit, den Sudan zu überfliegen, wird die Reisezeiten von Israelis in andere Teile der Welt erheblich verkürzen. Aber es gibt nur wenige direkte wirtschaftliche Vorteile, und es ist zweifelhaft, dass viele Israelis den Sudan als ein Tourismusziel ansehen werden.

Es gibt jedoch einen symbolischen Aspekt des Friedens mit dem Sudan, der ihn ebenso bemerkenswert macht wie die Abkommen mit größeren Fischen wie den Vereinigten Arabischen Emiraten und Saudi-Arabien.

Die sudanesische Hauptstadt Khartum war 1967 Gastgeber des Gipfeltreffens der Arabischen Liga, das kurz nach dem Sechstagekriegs stattfand.

Die daraus resultierende Resolution rief unter anderem dazu auf, die gesamte arabische Welt in einem ständigen Kriegszustand mit Israel zu belassen, bis alle “besetzten” Länder befreit seien.

Konkret enthält die Resolution die als “Drei Neins” berüchtigten Forderungen:

  1. Nein zum Frieden mit Israel;
  2. Nein zur Anerkennung Israels; und
  3. Nein zu Verhandlungen mit Israel.

Die Khartum-Resolution wurde zum Eckpfeiler der ablehnenden Haltung der Araber gegenüber Israel.

Dass der Staat, der diese Resolution ins Leben rief, nun ernsthaft über einen Frieden mit Israel nachdenkt, selbst in Abwesenheit eines palästinensischen Staates, spiegelt die dramatischen Veränderungen wider, die die Region in den letzten Jahren umgestaltet haben.

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