Unruhen im Jerusalemer Stadtteil Sheikh Jarrah

Ultrarechter Knessetabgeordneter Itamar Ben-Gvir verlegt sein Büro in den umstrittenen Stadtteil und löst weitere Unruhen aus

von Israel Heute Redaktion | | Themen: Sheikh Jarrah
Der Knessetabgeordnete Itamar Ben Gvir in seinem provisorischen Büro im Stadtteil Sheikh Jarrah (Shimon Hatzadik) Foto: Olivier Fitoussi/Flash90

Der Stadtteil im Osten Jerusalems kommt nicht zur Ruhe.

Nachdem am Freitagabend das Haus eines jüdischen Bewohners des Stadtteils Shimon Hatzadik (Sheihk Jerrah) in Brand gesetzt worden war (die Bewohner waren zum Zeitpunkt des Brandanschlages zum Glück nicht zu Hause), erklärte heute der ultrarechte Knessetabgeordnete Itamar Ben-Gvir (Otzmah Jehudit – auf Deutsch „Jüdische Stärke“), dass er sein Büro vorläufig in den umstrittenen Stadtteil verlegen werde und das so lange, bis die Sicherheit der jüdischen Bewohner des Stadtteiles garantiert sei.

Allerdings löste diese Erklärung neue Unruhen im Stadtteil aus. So wurde unter anderem ein junger jüdischer Mann von einem arabischen Fahrer mit dem Auto angefahren. Der Fahrer erklärte, dass er kurz zuvor von Juden mit Pfefferspray angegriffen worden war, wodurch er dann die Kontrolle über sein Auto verloren habe, was schließlich zu dem Unfall führte. Die Polizei schließt allerdings einen terroristischen Hintergrund nicht aus.

Unruhen um Stadtteil Sheikh Jarrah (Foto: Jamal Awad/Flash90)

Bei einem anderen Vorfall wurde ein jüdischer Mann von einem Stein, der auf ihn geworfen worden war, verletzt. Bei den dadurch ausgelösten Unruhen wurde auch ein muslimischer Mann verletzt.

Es ist übrigens nicht das erste Mal, dass Itamar Ben-Gvir durch seine Aktionen, die von seinen politischen Gegnern als geplante Provokationen angesehen werden, Unruhen auslöst. Im Mai 2021 hatte Ben-Gvir schon einmal sein Büro im Stadtteil Sheikh Jarrah eröffnet, was zu Zusammenstößen zwischen den arabischen Anwohnern und der Polizei führte. Wenige Tage später begann die Auseinandersetzung mit der Hamas an der Grenze zum Gazastreifen.

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