Die Vereinten Nationen präsentieren sich oft als unparteiischer Schiedsrichter der Welt. Ein neuer Bericht legt jedoch nahe, dass im Fall von Gaza selbst grundlegende Faktenprüfungen zugunsten der Untermauerung eines bekannten Narrativs vernachlässigt wurden.
Laut einer von UN Watch veröffentlichten Untersuchung bezeichnete die UNESCO Mitglieder der Hamas und des Palästinensischen Islamischen Dschihad wiederholt als „Journalisten“, nachdem diese während des Krieges getötet worden waren – obwohl spätere Beweise ihre Zugehörigkeit zu terroristischen Organisationen bestätigten.
Siehe auch: Wie viele Journalisten wurden in Gaza getötet? Die Antwort lautet: null
Die Nichtregierungsorganisation sagt, dass mehrere der in den öffentlichen Erklärungen der UNESCO genannten Namen später von der Hamas oder dem Palästinensischen Islamischen Dschihad als Mitglieder ihrer eigenen Reihen bestätigt wurden. Dennoch sind diese Bezeichnungen Berichten zufolge unverändert geblieben.
Ein im Bericht hervorgehobener Fall betrifft Mohammed Manhal Abu Armana, der von der UNESCO zunächst als Journalist beschrieben wurde. Die Hamas feierte ihn später als Militärkommandanten und veröffentlichte Filmmaterial, das ihn bewaffnet und bei Kampfhandlungen zeigt.
Ein weiterer Fall betrifft Anas al-Sharif, den die UNESCO als Al Jazeera-Journalisten identifizierte. Dem Bericht zufolge hatten die israelischen Behörden bereits Geheimdienstinformationen veröffentlicht, aus denen hervorging, dass er eine Hamas-Zelle anführte, die an der Koordination von Raketenangriffen beteiligt war, bevor die UNESCO ihre Erklärung abgab.
Das Problem geht über Einzelfälle hinaus. Wenn eine UN-Organisation bewaffnete Kämpfer öffentlich als Journalisten einstuft, dokumentiert sie nicht nur Ereignisse – sie beeinflusst damit internationale Schlagzeilen, diplomatische Diskussionen und die öffentliche Wahrnehmung.
UN Watch argumentiert, dass die Glaubwürdigkeit der UNESCO von einer strengen Überprüfung abhängt, insbesondere in einem Konflikt, in dem Informationskriegsführung ebenso strategisch wichtig ist wie militärische Operationen. Die Organisation fordert die UNESCO nachdrücklich auf, jede seit dem 7. Oktober 2023 veröffentlichte Erklärung zu Journalistenopfern zu überprüfen, etwaige Ungenauigkeiten zu korrigieren, zu untersuchen, wie diese Einstufungen zustande kamen, und die Verantwortlichen für die Versäumnisse zu ermitteln.
Der Schutz echter Journalisten ist eine zentrale internationale Verantwortung. Diese Aufgabe wird jedoch untergraben, wenn die Unterscheidung zwischen Reportern und Kämpfern verschwimmt. Genauigkeit ist keine Formsache. Sie ist die Grundlage der Glaubwürdigkeit – und ohne sie laufen Institutionen, die mit der Verteidigung der Wahrheit betraut sind, Gefahr, selbst zu Trägern von Fehlinformationen zu werden.




