Israelis äußern zunehmende Besorgnis über die Möglichkeit eines groß angelegten Terrorüberfalls, angeführt von palästinensischen Terrororganisationen aus Judäa und Samaria. Das geht aus einer neuen Umfrage hervor, die am Donnerstag veröffentlicht wurde.
Die Umfrage wurde vom Jerusalem Center for Security and Foreign Affairs (JCFA) in Auftrag gegeben und vom Lazar Research Institute unter rund 700 jüdischen und arabischen Israelis durchgeführt.
81 Prozent der jüdischen Befragten äußerten Sorgen über einen großangelegten Terroranschlag aus Judäa und Samaria – ein deutlicher Anstieg im Vergleich zu 68 Prozent im Februar, als das JCFA eine ähnliche Umfrage durchgeführt hatte.
Laut der aktuellen Erhebung lehnen zudem 70 Prozent der jüdischen Israelis die Gründung eines Palästinenserstaates entlang der Grenzen von vor 1967 ab – selbst wenn dies zur Normalisierung der Beziehungen mit Saudi-Arabien führen würde.
70 Prozent der jüdischen Befragten sprachen sich gegen die Gründung eines Staates „Palästina“ aus. Auch 17 Prozent der arabischen Israelis lehnten diesen Schritt ab.
Der Plan von US-Präsident Donald Trump für den Gazastreifen, der eine Massenemigration und den Wiederaufbau des Gebiets als „Riviera des Nahen Ostens“ vorsieht, findet in Israel weiterhin breite Unterstützung, wie das JCFA feststellte.
Von den insgesamt 702 befragten jüdischen und arabischen Israelis unterstützten 71 Prozent den Plan. Unter den jüdischen Befragten lag die Zustimmung bei 82 Prozent, unter den arabischen bei 28 Prozent.
„Die Ergebnisse spiegeln eine neue Sicherheitsrealität in der israelischen Gesellschaft wider und die anhaltende Ablehnung eines Palästinenserstaates, der Terror unterstützt – selbst wenn dies eine Normalisierung mit Saudi-Arabien zur Folge hätte“, erklärte Dan Diker, Präsident des Jerusalem Centers.
Die israelische Öffentlichkeit „versteht, dass sich die israelische Führung mit den sicherheitspolitischen und existenziellen Bedrohungen für Israel befassen muss“, so Diker weiter.
Im September erhob die israelische Staatsanwaltschaft Anklage gegen ein Mitglied einer Terrorzelle aus der Stadt Dschenin in Samaria, das plante, israelische Gemeinden zu infiltrieren und ein Massaker nach dem Vorbild des 7. Oktober zu verüben.
Die Anklage beschuldigte Osama Bani Fadl und weitere Terroristen, intensive Vorbereitungen für ein Massaker an jüdischen Bewohnern getroffen zu haben – darunter das Eindringen in Ortschaften mit Fahrzeugen.
Die Zelle soll zudem Anschläge in der Ortschaft Ma’ale Efraim im Jordantal sowie eine Schußattacke und ein Autobombenattentat an der Tankstelle vor Eli in der Region Binyamin geplant haben – einem Ort, der in den vergangenen zwei Jahren bereits zweimal Ziel palästinensischer Terroranschläge war.
Im Jahr 2024 wurden nach Angaben der Organisation Hatzalah Judea and Samaria (Retter ohne Grenzen) bereits mindestens 6.343 Terroranschläge auf jüdische Israelis in Judäa und Samaria verübt.
27 Israelis wurden dabei getötet, über 300 weitere verletzt, heißt es im Jahresbericht der Organisation, der im Februar veröffentlicht wurde.
Die überprüften Zahlen aus Judäa und Samaria – auch mit Daten der israelischen Sicherheitsdienste abgeglichen – umfassten 3.668 Fälle von Steinwürfen, 843 Brandanschläge mit Molotowcocktails, 671 Versuche, Fahrer mit Laserstrahlen zu blenden, 526 Sprengsätze, 364 Brandstiftungen und 179 Terroranschläge mit Schusswaffen.
Die Rettungsorganisation verzeichnete in Judäa und Samaria außerdem 37 versuchte oder ausgeführte Messerattacken, 36 mit Farbbomben beworfene Fahrzeuge und 19 palästinensische Auto-Angriffe, darunter 12 mit verletzten Israelis.
In dem Bericht wurde zudem festgehalten, dass der Inlandsgeheimdienst Shin Bet mehr als tausend schwere Anschläge in Judäa, Samaria und Jerusalem vereitelt habe.
Ministerpräsident Benjamin Netanjahu erklärte am 19. März, dass Israel sich bewusst sei, dass sich angesichts der Ausweitung des Krieges gegen die Hamas im Gazastreifen eine „intensivere Front“ in Judäa und Samaria öffnen könnte.




