Ultraorthodoxe Juden können es nicht glauben: Die Bennett-Lapid-Regierung ist stabil!

Der weit verbreitete Glaube und die Hoffnung, dass die „Regierung des Wandels“ schnell zusammenbrechen würde, ist mittlerweile verflogen

von Israel Heute Redaktion | | Themen: Orthodoxe Juden
Die orthodoxen Abgeordneten Yaakov Litzman (links) und Arie Deri, Vorsitzende der Parteien Vereinigtes Tora-Judentum bzw. Schas. Foto: Yonatan Sindel/Flash90

Israels derzeitige Regierung ist eine der schlechtesten, die es je für die große ultra-orthodoxe jüdische Bevölkerung des Landes gab. Es gibt keine ultraorthodoxen Parteien in der Koalition und einige wichtige Ministerposten werden von Fraktionen besetzt, die den orthodoxen Einfluss zurückdrängen und die Haushaltsmittel für die Gemeinschaft kürzen wollen.

Doch bis jetzt waren die Ultraorthodoxen trotz der öffentlichen Verurteilung ihrer großen Sünden1 gegen das Judentum nicht allzu besorgt über die sogenannte „Regierung des Wandels“. Denn sie waren sich sicher, dass die heterogene Zusammensetzung der Koalition zu ihrem schnellen Untergang führen wird.

Denn wie sollte eine Regierung aus rechten Nationalisten, säkularen Pragmatikern, progressiven Liberalen und einer Handvoll Islamisten in Israel, wo vorgezogene Wahlen die Regel sind, eine ganze Amtszeit überstehen?

Doch mit der Verabschiedung des ersten Staatshaushalts seit mehr als drei Jahren wird den ultraorthodoxen Politikern klar, dass diese Regierung nicht nur überleben, sondern ihre Agenda auch tatsächlich umsetzen könnte.

Ein orthodoxer Abgeordneter sagte dem religiösen Nachrichtenportal Kikar Hashabat:

„Sie sind stabiler als frühere rechtsgerichtete Regierungen. Sie haben einen Premierminister und einen Justizminister, deren Partei nur knapp die Wahlhürde übersprungen hat und die deshalb nicht mehr an die Urnen gehen wollen. Und sie haben linke Parteien, die endlich wieder an die Macht gekommen sind. Niemand dort will Wahlen, also ist die Regierung sehr stabil.“

Zu den Gerüchten, dass die ultraorthodoxen Fraktionen nach der Verabschiedung des Haushalts selbst in die Koalition eintreten könnten, sagte die Quelle, die Regierung solle nicht den Atem anhalten:

„Selbst diejenigen von uns, die das jüngste Verhalten des Likud kritisieren, können unmöglich in einer Koalition mit Finanzminister Avigdor Liberman sitzen, der die Orthodoxen hasst, oder mit dem Minister für religiöse Angelegenheiten Matan Kahana, der das Judentum zerstört.“

 


1  Um zu verstehen, worum es bei diesen „großen Sünden“ geht, lesen Sie unserem kürzlich erschienenen Artikel darüber, wie die neue Regierung daran arbeitet, die jahrzehntelange Dominanz der Ultraorthodoxen bei der Überwachung koscherer Lebensmittel in Israel zu beenden: Die Herausforderung von „Religion und Staat“ in Israel ↩︎

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