Israel hat offenbar angeboten, zwischen Russland und der Ukraine zu vermitteln

Israel versuchte, im Hintergrund zu bleiben, wurde aber in die aktuelle Politik der Großmächte hineingedrängt

von Israel Heute Redaktion | | Themen: Russland, Ukraine
Der jüdische ukrainische Präsident Wolodymyr Zelenskij im Januar 2020 an der Klagemauer. Zelensky möchte, dass die Heilige Stadt Schauplatz von Waffenstillstandsverhandlungen zwischen der Ukraine und Russland wird.  Foto: Shlomi Cohen/Flash90

Trotz der Bemühungen Israels, sich zurückzuhalten, ist es in vielerlei Hinsicht ins Rampenlicht des russisch-ukrainischen Krieges geraten.

Wie Channel 12 News berichtet, hat Ministerpräsident Naftali Bennett am Sonntagmorgen 40 Minuten lang mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin telefoniert. Unmittelbar danach berichteten russische Staatsmedien, Israel habe angeboten, Gastgeber und Vermittler für Waffenstillstandsgespräche zwischen Russland und der Ukraine zu sein.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte Bennett bei einem Gespräch am Freitag erstmals gebeten, zwischen den beiden kriegführenden Nationen zu vermitteln. Selenskyj möchte, dass diese Gespräche ausgerechnet in Jerusalem stattfinden.

„Wir wollen, dass die Verhandlungen in Jerusalem stattfinden. Wir sind der Meinung, dass Israel das Land ist, das solche Verhandlungen mitten im Krieg führen könnte“, zitierte der israelische öffentliche Rundfunk KAN Selenskyj gegenüber Bennett.

Der ukrainische Botschafter in Israel, Jewgen Kornijtschuk, erklärte gegenüber der New York Times: „Wir glauben, dass Israel der einzige demokratische Staat der Welt ist, der gute Beziehungen sowohl zur Ukraine als auch zu Russland unterhält.“

Innenministerin Ayelet Shaked bestätigte die Anfrage von Selenskyj in einem Interview mit Channel 12 News, sagte aber, sie müsse vorsichtig sein, um zu diesem Zeitpunkt nicht zu viele Details zu verraten.

„Ich bin sehr vorsichtig. Die Anfrage ist eingegangen. Die Angelegenheit wird bearbeitet, mehr muss dazu nicht gesagt werden“, sagte Shaked.

Ebenfalls am Samstag telefonierte Knessetsprecher Mickey Levy mit seinem ukrainischen Amtskollegen Ruslan Oleksiyovych Stefanchuk, der die Bitte wiederholte, Israel möge Waffenstillstandsgespräche zwischen Russland und der Ukraine organisieren, ausrichten und vermitteln.

Auch Washington versuchte, Israel aus dem Schatten zu locken, indem es Jerusalem am Wochenende öffentlich aufforderte, seine Resolution zur Verurteilung Russlands im UN-Sicherheitsrat zu unterzeichnen. Israel, das den Anschein von Neutralität wahren wollte, lehnte ab.

Israel unterhält sowohl zu Russland als auch zur Ukraine enge und strategisch wichtige Beziehungen, und in beiden Ländern leben große jüdische Bevölkerungsgruppen. Aus diesen und anderen Gründen hat Israel hart daran gearbeitet, in diesem Konflikt nicht Partei zu ergreifen. Um die heikle Position des jüdischen Staates besser zu verstehen, lesen Sie: Wie steht Israel zur russischen Invasion in der Ukraine?

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