Trumps Friedensplan wird (fast) so sein, wie Israel sich ihn wünscht

Einem ausländischen Diplomaten zufolge brauchen sich die Israelis sich keine Sorgen machen, dass Trump sie zu beispiellosen Zugeständnissen drängen werde.

von Ryan Jones |
Foto: Yonatan Sindel /Flash90

Manch einer befürchtete, dass Präsident Donald Trump, nachdem er Jerusalem als Hauptstadt Israels anerkannt, die US-Botschaft hierher verlegt und die israelische Souveränität über die Golanhöhen anerkannt hatte, nun dem jüdischen Staat einige richtig große Zugeständnisse machen würde in seinem bald erscheinenden Programm für den Frieden im Nahen Osten.

Aber der ehemalige französische Botschafter in den USA, Gerard Araud, hatte letzte Woche angedeutet, dass der jüdische Staat sich in dieser Hinsicht keine Sorgen zu machen brauche.

In einem Interview mit The Atlantic gab Araud zu, dass er zwar keine Einzelheiten von Trumps Plan, der angeblich volle 50 Seiten lang sein soll, kenne, aber wisse, dass er „sehr nahe an das herankommt, was die Israelis wollen“.

Tage zuvor wurde ein US-amerikanischer Botschafter des Nahen Ostens, vermutlich Jason Greenblatt, von den israelischen Channel 12 News zitiert, der darauf hinwies, dass der Begriff „Zwei-Staaten-Lösung“ nicht in Trumps Plan vorkomme. Der Botschafter merkte an, dass dieser Begriff von Israelis und Palästinensern unterschiedlich aufgefasst werde, weshalb es keinen Sinn mache, ihn zu einem Bestandteil des Friedensabkommens zu machen.

Araud, der frühere französische Botschafter in Israel, sagte, dass Trumps „Deal des Jahrhunderts“ fast sicher „zum Scheitern verurteilt“ sei.

Der französische Botschafter lobte Trump und dessen Schwiegersohn Jared Kushner dafür, dass sie bei dem Entwurf ihres Plans über ihren Tellerrand hinausgedacht hätten. Er sagte jedoch, dass beide Männer die Bereitschaft der Palästinenser, lieber „Selbstmord“ zu begehen, als einen vernünftigen Plan, der nicht allen ihren Forderungen entspricht, anzunehmen, gravierend unterschätzt hätten.

Insbesondere über Kushner bemerkte Araud, dass dieser „so pro-israelisch ist … dass er nicht berücksichtigt hat, dass, wenn man den Palästinensern die Wahl gibt, sich für den Friedensplan zu entscheiden oder Selbstmord zu begehen, sie sich für das letztere entscheiden. Jemand wie Kushner versteht das einfach nicht.“

Und in der Tat hat die palästinensische Führung das Angebot von Trump bereits vor der Veröffentlichung abgelehnt. Das ist keine wirkliche Überraschung, vor allem wenn man bedenkt, dass bereits Yasser Arafat ein endgültiges Statusabkommen, das ihm vom ehemaligen US-Präsidenten Bill Clinton und dem damaligen israelischen Premierminister Ehud Barak angeboten wurde, abgelehnt hatte, in dem 95 Prozent der palästinensischen Forderungen erfüllt wurden, einschließlich der Kontrolle über große Teile Ostjerusalems.

FOTO: Trump ist bei den Israelis so beliebt, dass einige sich als Trump verkleideten, um den Wahlsieg von Netanjahu zu feiern. (Yonatan Sindel /Flash90)

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