Bild: Jerusalem, zwischen 1890 und 1900. Im Hintergrund die Altstadt mit Tempelberg. Foto: WikiMedia Commons
Bedenkt man, dass ich in einer gottesfürchtigen Umgebung aufgewachsen bin, sollte das keine große Überraschung sein. Und doch war es erst vor 40 Jahren, dass ich mich auf eine Reise machte, die mich in eine immer engere Beziehung zu dem Einen, an den ich glaube, geführt hat. Rückblickend denke ich, dass die Saat, die dort aufgegangen ist, schon in meiner Kindheit gelegt worden war.
Die Geschichte beginnt etwas früher, in der ukrainischen Stadt Gorodishche, einem Oblast (Bezirk) der Hauptstadt Kiew. Von dort zog 1881 ein 18‑jähriger Mann aus einer chassidischen Familie fort in ein Land, das damals als Palästina bezeichnet wurde. Er wollte in einer Jeschiwa, einer jüdisch-religiösen Schule, lernen. Zu damaliger Zeit (und vielleicht noch heute?) war es in einer orthodoxen aschkenasischen Familie, die etwas auf sich hielt, üblich, einen herausragenden Schüler für ihre Tochter auszusuchen, wobei das junge Paar von ihren Eltern unterstützt werden würde.
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