Aus historischer Erfahrung beginnt die Lage im Gazastreifen oft relativ ruhig, doch früher oder später eskaliert die Situation erneut. Offen gesagt, bin ich kein großer Befürworter einer Militärverwaltung im Gazastreifen. Doch angesichts der aktuellen Umstände scheint dies das kleinere Übel zu sein. Tatsächlich war die Zahl der Todesopfer auf beiden Seiten während der 25 Jahre israelischer Verwaltung in den umstrittenen Gebieten – sowohl im biblischen Kernland Judäa und Samaria als auch im Gazastreifen – bis zum Oslo-Abkommen im Jahr 1992 niedriger als in den Jahren danach, als Israel sich unter dem Druck der internationalen Gemeinschaft aus diesen Gebieten zurückzog. Israel steckt in einer politischen Zwickmühle: Würde es die Möglichkeit geben, könnte Israel auf eine Militärverwaltung im Gazastreifen verzichten und müsste stattdessen die direkte Kontrolle über das Gebiet übernehmen. Palästinensische Akteure wie die Fatah oder die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) stellen aus israelischer Sicht keine tragfähige Alternative dar. Solange kein geeigneter Akteur für die Verwaltung des Gazastreifens gefunden wird, liegt die Verantwortung bei Israel – ob es will oder nicht. Doch wenn etwas schiefläuft, wird allein Israel die Schuld zugeschoben.
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