Scheich Mohammed Al-Issa erhält Preis von Juden

Der Generalsekretär der Islamischen Weltliga (MWL) wurde für seinen Beitrag zur Bekämpfung des Antisemitismus geehrt

Scheich Mohammed Al-Issa erhält Preis von Juden
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Der Generalsekretär der Islamischen Weltliga (MWL), Scheich Mohammed Al-Issa, ist für seinen Beitrag zur Bekämpfung des Antisemitismus ausgezeichnet worden. Er ist der erste Empfänger der jährlichen Auszeichnung der amerikanischen Bewegung Combat Antisemitism, die den Antisemitismus weltweit bekämpft.

Scheich Al-Issa wurde dafür anerkannt, Menschen aller Glaubensrichtungen zu vereinen, die die Leugnung des Holocaust öffentlich verurteilen, um damit die nächste Generation zu inspirieren, Hass zu bekämpfen und Frieden zu fördern. Zu Beginn des Jahres hatte Scheich Al-Issa mit anderen hochrangigen islamischen Würdenträgern aus aller Welt die KZ-Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau besucht. Der Preis wurde dem ehemaligen Justizminister von Saudi-Arabien wegen der Coronakrise bei einer Online-Veranstaltung überreicht.

In den palästinensischen Medien wurde Scheich Mohammed Al-Issa derweil mit keinem Wort erwähnt. Im Gegenteil, in palästinensischen Schulbüchern wird der Holocaust noch immer verleugnet und gegen Juden aufgehetzt.

In seiner Online-Rede hat Scheich Al-Issa die Holocaust-Leugner in der moslemischen Welt für die Verbreitung von Lügen scharf verurteilt. „Juden und Moslems haben über Jahrhunderte zusammen gelebt, doch leider sind in den letzten Jahrzehnten unsere Wege auseinandergegangen“, unterstrich Al-Issa, der den arabischen Namen für Jesus trägt, also Scheich Mohammed Al-Jesus. „Wir müssen unbedingt neue Brücken für einen Dialog zwischen den beiden Gemeinschaften bauen. Seitdem ich der Generalsekretär der Islamischen Weltliga bin, habe ich mich verpflichtet, Hass und Gewalttätigkeit zu bekämpfen. Als ich in Auschwitz-Birkenau war, stand ich neben meinen jüdischen Geschwistern und sagte ihnen, dass der Holocaust der größte Horror in der Geschichte war und versprach ihnen, dass dies nie wieder passieren darf.“ Er betonte in seiner Rede, dass noch immer Menschen die Geschichte verzerren und behaupten, der Holocaust habe niemals stattgefunden. „Wir stehen gegen diese Lügner, egal wo sie sind. Die Verleugnung der Geschichte dient den Extremisten, die nur Hass und Rassismus fördern. Als Moslems haben wir die Pflicht, die Geschichte zu studieren und im Rahmen der Verpflichtung an der Seite der internationalen Gemeinschaft zu stehen.“

Gleichzeitig machte der Scheich darauf aufmerksam, dass Menschen im Schatten der globalen Corona-Epidemie den Virus zur Verbreitung von Hass missbrauchen. „Das Coronavirus ist ein gemeinsamer Feind, der keinen Unterschied zwischen Moslems und Juden macht. Extremisten nutzen die weltweite Pandemie aus, um die Ideologie des Hasses und der Trennung zu fördern. Wir müssen uns im Kampf gegen das Virus zusammenschließen, wenn wir die Hoffnung gegen diese Bedrohung am Leben behalten wollen.“

Wie oft wurde die Verbreitung des Coronavirus den Juden vorgeworfen und dies nur aus antisemitischem Hass. Hinter solchen Behauptungen stehen weder Logik noch Vernunft. Hass führt zu blindem Irrsinn. Daher sind Stimmen wie diese von Scheich Mohammed Al-Issa wichtig, erst recht, wenn man fast nur die hasserfüllten Stimmen aus Teheran, von der Hisbollah im Libanon oder der Hamas im Gazastreifen hört, die nur von der Vernichtung Israels reden, beten und träumen. Übrigens, wenn man Palästinenser in Sachen Holocaust und Judenvernichtung anspricht, so hört man etwa von der Hälfte, dass dies eine zionistische Lüge sei und von den übrigen Stimmen, dass der Holocaust eine Tatsache in der Geschichte war.