Shimon ist auf dem Jerusalemer Mahane-Jehuda-Markt geradezu eine prominente Persönlichkeit. Er kommt jeden Tag hierher, sitzt mit Freunden zusammen, die er schon aus Kindertagen kennt. Sie diskutieren redegewandt das Weltgeschehen und schwelgen in Erinnerungen. Ist Shimon mal allein da, hat er Kopfhörer auf und bewegt sich zu seiner Lieblingsmusik.
Shimon wurde vor 73 Jahren in eine ultraorthodoxe Familie geboren und wuchs in Mea Schearim auf. Aber schon in jungen Jahren hielt er sich nicht an die Konventionen. Orthodoxe würden sagen: Er wich vom geraden Weg der Thora ab. Nach seiner Bar Mizwa teilte er den Eltern mit, dass er kein Interesse an einem religiösen Lebensstil habe. Zur Schule wollte er nicht mehr gehen.
JUGENDJAHRE
Niemand in Shimons Familie konnte ihn umstimmen. Man schickte ihn auf ein Internat der Luftwaffe in Haifa. Die Eltern erhofften sich, dass Disziplin ihn vor weiterem Abstieg bewahren würde. Aber ein Junge wie Shimon findet immer Wege, um zu rebellieren. Er machte Streiche im Unterricht und büxte zur Abendunterhaltung in die Stadt aus. Nach zwei Jahren gaben die...
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