Konflikt

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Palästinenser fliehen vor Dschihadisten

Die Dschihadisten des islamischen Staates (IS) haben das palästinensische Flüchtlingslager Jarmuk am südlichen Rande der syrischen Hauptstadt Damaskus erobert.

Die Dschihadisten des islamischen Staates (IS) haben das palästinensische Flüchtlingslager Jarmuk am südlichen Rande der syrischen Hauptstadt Damaskus erobert. In den letzten Tagen sind Tausende Palästinenser aus dem Flüchtlingslager geflohen. Die übrigen 17.000 Palästinenser befinden sich gemäß palästinensischen Quellen in Lebensgefahr. Vor dem syrischen Bürgerkrieg haben dort über 150.000 Palästinenser gelebt. Die verbliebenen Palästinenser befürchten eine grausame Islamherrschaft im Flüchtlingslager, bereits ist es zu zahlreichen Verhaftungen in Jarmuk gekommen.

Der PLO-Vorsitzende in Syrien, Anwuar Abed Al-Hadi, bestätigte, dass die IS-Dschihadisten in Zusammenarbeit mit der syrischen Rebellengruppe Jabhat al-Nusra die volle Kontrolle über Jarmuk übernommen haben. In anderen syrischen Ortschaften wie Aleppo und Idlib bekämpfen sich die beiden Terrorgruppen, die nun gemeinsam Jarmuk erobert haben. Im Auftrag von Palästinenserchef Mahmoud Abbas hat Al-Hadi den syrischen Staatschef Baschar al-Assad um ein zügiges Eingreifen der syrischen Armee gebeten, um Jarmuk zurückzuerobern. Für den islamischen Kalifenstaat ist die Eroberung von Jarmuk ein strategischer Fortschritt, denn dieses Wohngebiet liegt nicht weit von Assads Palast in Damaskus entfernt. Aus arabischen Quellen geht hervor, dass die Dschihadisten planen, aus dem eroberten Gebiet eine Terrorfestung zur Planung und Ausführung von Anschlägen und Angriffen auf Assads Sitz und seine Armee in Damaskus zu machen.

In den palästinensischen Medien wird die Eroberung des Flüchtlingslagers genau verfolgt. „Diese Moslems kennen keine Gnade. Wer nicht so glaubt und denkt wie sie, wird auf der Stelle getötet“, war in den palästinensischen Zeitungen zu lesen. Im Libanon und in Syrien werden die palästinensischen Flüchtlingslager von Fatah-Milizen streng gegen die Dschihadisten bewacht. In Jarmuk ist dieses Vorgehen gescheitert. Wegen der engen Verbindung der PLO (Sunniten) mit dem Assads Regime (Alawiten) und der Hisbollah (Schiiten) im Libanon, haben die Palästinenser allen Grund Angst vor den sunnitischen Dschihadisten zu haben. Die palästinensischen Flüchtlinge in Jarmuk sind auf der Flucht, und auf israelischer Seite beobachtet man nun, wie der Westen in Bezug auf die palästinensischen Flüchtlinge reagiert, die dieses Mal vor Sunniten fliehen.

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Patrick Callahan

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