Muezzin-Gesetz auf Chinesische Art

Erinnern Sie sich noch an das Aufsehen, für das das sogenannte Muezzin-Gesetz gesorgt hatte? Als nun die chinesischen Behörden innerhalb von drei Tagen 355 Lautsprecher aus Moscheen einer moslemischen Minderheit entfernten, blieb es ruhig auf der Welt.

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(Foto: Esther Rubyan/Flash90)

Erinnern Sie sich noch an das Aufsehen, für das das sogenannte Muezzin-Gesetz gesorgt hatte? Die israelische Knesset hatte in erster Lesung ein Gesetz verabschiedet, das die Benutzung von Lautsprecheranlagen in Gotteshäusern einschränken sollte (siehe Artikel ). Das Gesetz wurde Muezzin-Gesetz genannt, weil es sich in erster Linie gegen die lauten durch Lautsprecher verstärkten Aufrufe des Muezzins zum Gebet richtete. Besonders in der Nacht fühlen sich viele Bürger, die in der Nähe einer Moschee wohnen, davon gestört.

Israel wurde wegen dieses Gesetzes weltweit verurteilt, besonders von den arabischen Ländern. Man warf Israel vor, die Religionsfreiheit einzuschränken.

Doch obwohl nun die chinesische Regierung deutlich härtere Schritte gegen Lautsprecher in den Moscheen unternommen hatte, gab es von Seiten der internationalen Gemeinschaft und der arabischen Welt nicht ein Wort der Kritik.

Wie die israelische Botschaft in China mitteilte, haben die chinesischen Behörden in einer abgelegenen Provinz in der letzten Zeit angeordnet, die Benutzung von Lautsprechern gänzlich zu verbieten und mehr als 1000 Lautsprecher aus den Moscheen zu entfernen. Diese Anordnung wurde erteilt, nachdem sich zahlreiche Bürger bei der örtlichen Behörde für Umweltschutz über den Krach und die öffentliche Störung beschwert hatten. Die chinesischen Beamten warteten nicht lange und entfernten innerhalb von drei Tagen nicht weniger als 355 Lautsprecher aus den Moscheen.

Die Moscheen befinden sich in der Provinz Qinghai im Westen Chinas, wo die moslemischen Hui-Chinesen als ethnische Minderheit in einer Art Autonomie leben. Bei dieser „Minderheit“ handelt es sich um nicht weniger als 10.5 Millionen Moslems. Die meisten der Hui-Chinesen leben zusammen mit der chinesischen Mehrheit, den Han-Chinesen.

Die Entfernung der Lautsprecher aus den Moscheen löste im Land viele Reaktionen in den öffentlichen Netzwerken aus. Einerseits beschwerten sich Islamische Bürger über die fehlende Toleranz der chinesischen Behörden, andererseits begrüßten andere die Entscheidung und verlangten, sie auf weitere Regionen auszuweiten. Die chinesische Zeitung Global Times berichtete über die Entfernung der Lautsprecher und erklärte, dass dies auch in vielen anderen Ländern ein aktuelles Thema sei. Dabei erwähnte die Zeitung Länder wie Indonesien, Saudi-Arabien, Indien, Deutschland und die USA. Israel wurde nicht erwähnt. Vielleicht ein Zeichen dafür. dass das kleine Israel für eine Milliarde Chinesen noch nicht einmal mit einer kleinen abgelegenen Provinz vergleichbar ist.

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