Ein riesengroßer Weihnachtsbaum stand in der Stadtmitte, und rund um die Uhr waren Jingle Bells und Stille Nacht in allen nur denkbaren Sprachen zu hören. Die Stadt war voll Menschen, überwiegend israelische Familien mit Kindern, fast alle mit roter Nikolausmütze.
Wer auf den Straßen Geschenkartikel und Weihnachtskram verkaufte, waren hauptsächlich Moslems. Sogar koschere Schokoladen-Nikoläuse gab es an ihren Ständen. Obwohl der Nikolaus aus jüdischer Sicht ein Götze ist, hat das Rabbinat eine Lücke gefunden, wie man Mit Josef und Maria in Nazareth einen Santa Claus koscher bekommt. Viele haben darüber geschmunzelt.
Wir waren sechs Freunde und übernachteten in der Altstadt. Es war drei Tage vor Heiligabend. Schon seit vier Wochen soll das Tishreen-Restaurant ausgebucht gewesen sein. Deshalb konnten wir einen Tisch für das Abendessen erst für 22 Uhr reservieren. Als wir endlich um den Tisch saßen, sprudelten Erinnerungen an Armeedienst, Studentenzeit und Ausflüge ins Ausland.
Und so erinnerte sich mein Freund Yossi – er war mit seiner Frau Miri da – an eine Reise nach Fernost,...
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