Mein Sohn und das Klavier

Diese Geschichte handelt von Leidenschaft. Und sie handelt davon, eine Chance zu nutzen.

Foto: Israel Heute

Hier ist eine bezaubernde Geschichte von einem großen Wunsch und die Fähigkeit, zu investieren und durchzuhalten. Die Geschichte lehrte mich, dass es dafür nie zu spät ist.

Man muss wissen, dass die Armee während der Corona-Zeit den Soldaten kaum Urlaub gewährte. Vor einem Jahr diente unser Sohn Elad in einer Spezialeinheit, die sich mit den Tunneln in Gaza und im Norden beschäftigt. Weil die Armee aufgrund des Budgets nicht alle Soldaten behalten konnte, wurden die Einheiten schichtweise eingesetzt. Ein Teil der Soldaten blieb für längere Zeit in der Basis, der andere zu Hause. Danach wurde gewechselt.

So kam es, dass Elad viel zu Hause war. Die Armee verlangte ständige Bereitschaft, während der man zu Hause bleiben musste. Jede Ansteckungsgefahr sollte damit ausgeschlossen werden. Um die Zeit zu nutzen, beschloss Elad, Klavierspielen zu lernen. Zu diesem Zweck lud er sich eine App herunter und begann, Tag und Nacht Klavier zu üben.

Nach einer Weile gab es Rotation in der Einheit – er musste zurück in die Kaserne. Aber er hatte sich bereits in das Klavier verliebt und wollte nicht aufhören. Er wollte das, was er erreicht hatte, nicht wieder verlieren. Deshalb kaufte er sich ein Keyboard, damit er auch am Stützpunkt weiter üben konnte, selbstverständlich mit Kopfhörern.

Und so übte Elad immer weiter. Irgendwann reichte ihm das Selbststudium mit der App nicht mehr. Er brauchte einen Klavierlehrer. Und tatsächlich fand er eine wunderbare Lehrerin. Maria Spitkowski kam aus einem Elternhaus, in dem nur Klavier gespielt wurde. Sie unterrichtet in einem Kloster in der Jerusalemer Altstadt. Immer am Wochenende fuhr Elad hin, bekam seine Stunde, erhielt Aufgaben, übte und übte – ein ganzes Jahr. Seine Leidenschaft war geweckt, sein Spiel wurde immer besser, seine Liebe zur Musik wuchs.

Inzwischen wurde Elad aus der Armee entlassen. Er konnte im Juli an unserem Israel-Happening in der Schweiz teilnehmen. Er hielt sogar einen Vortrag über die Terror-Tunnel, der gut ankam.

Elad beim Israel Happening in der Schweiz

Als Familie verbrachten wir dann noch ein paar Tage in Zürich. Dort entdeckte er ein riesiges Musikgeschäft, auf mehreren Etagen nichts als Musik. Elad war von dem Laden so fasziniert, dass er jeden Tag hinging. Er kaufte Noten, recherchierte, stellte Fragen, probierte Instrumente aus, interessierte sich für die ganze Angebotspalette. Und schließlich durfte er sogar eines der besten Klaviere der Welt anspielen, einen Steinway.

Wer weiß, wie es weiter geht? Wenn Sie wollen, können Sie hier eine Kostprobe hören. Die Aufnahme entstand in dem Geschäft in Zürich.