(JNS) Linksextreme Aktivisten besetzten am Mittwochmorgen den Eingang zur Zentrale der Partei Religiöser Zionismus in der zentralisraelischen Stadt Shoham und verließen den Ort noch vor dem Eintreffen der Polizei.
Beamte des Zentralbezirks der israelischen Polizei, darunter Einsatzkräfte der Polizeistation Rosh HaAyin, trafen nach einem Notruf am Gebäude ein, teilte die Polizei mit.
„An der Demonstration beteiligte sich eine kleine Zahl von Protestierenden, die ihre Hände rot bemalt und sich am Eingang der Parteibüros fotografiert hatten. Die Umstände des Vorfalls werden untersucht“, hieß es in der Erklärung.
„Die israelische Polizei wird weder Aufwiegelung noch Gewalt oder sonstige Gesetzesverstöße unter dem Deckmantel eines Protests dulden“, fügte sie hinzu.
Die Partei Religiöser Zionismus wird von Bezalel Smotrich geführt, der zugleich Israels Finanzminister ist.
Videoaufnahmen des Vorfalls zeigen, wie die Aktivisten versuchten, in die Parteibüros einzudringen, dabei den Slogan „Araber wollen leben“ skandierten und rote Farbe auf die Türen der Büroräume schmierten.
פעילי תנועת עומדים ביחד, מתבצרים כעת במטה הציונות הדתית בשוהם. לטענת המפלגה, עובדיה נצורים במקום והונחו לא לצאת ממשרדיהם. משטרה במקום@amit_segal pic.twitter.com/TU87eNhfBO
— החדשות – N12 (@N12News) August 5, 2026
Nach Angaben des israelischen Senders Channel 12 erklärte die Partei Religiöser Zionismus, die Eindringlinge hätten versucht, in die Büros einzubrechen und die Mitarbeiter dort „belagert“.
Bei den Aktivisten handelt es sich um Mitglieder von Standing Together, einer israelischen linken Organisation, die sich nach dem Hamas-Massaker im Süden Israels vom 7. Oktober 2023 gegen den Krieg im Gazastreifen ausgesprochen hat.
Zur Begründung ihrer Aktion erklärte die Gruppe auf Facebook, Smotrichs Politik in Judäa und Samaria führe zur „Enteignung“ der Palästinenser von ihrem Land und ihren Häusern und unterstütze den „Siedlerterrorismus“ gegen Palästinenser.
„Wir werden nicht aufhören zu kämpfen, bis die [jüdischen] Farmen aufgelöst sind und der Terrorismus ein Ende hat. Bis es israelisch-palästinensischen Frieden gibt“, fügte die Gruppe hinzu.
Gemeint sind landwirtschaftliche Außenposten in Judäa und Samaria, die in den vergangenen Jahren von israelischen Juden in zunehmendem Tempo gegründet wurden. Nach Angaben des israelischen Farmenverbandes Igud HaChavot gibt es inzwischen mehr als 100 solcher Farmen in Judäa und Samaria, die sich über mehr als 170.000 Acres (rund 688 Quadratkilometer) erstrecken.
Etwa 15 dieser Farmen seien seit Beginn des Krieges entstanden, so der Verband.
Der Knesset-Abgeordnete Ohad Tal von der Partei Religiöser Zionismus sagte am Mittwoch gegenüber JNS, der seiner Ansicht nach versuchte Einbruch linksextremer Aktivisten in die Parteizentrale zeige, dass diese die „Revolution“ erkannt hätten, welche seine Partei in den vergangenen Jahren in Judäa und Samaria bewirkt habe.
„Ich denke, sie sind besorgt, dass die israelische Präsenz in Judäa und Samaria dauerhaft Bestand haben wird“, sagte Tal.
„Es ist dieselbe Gruppe von Menschen, die jeden Freitag – und manchmal sogar täglich – in jüdische Gemeinden in Judäa und Samaria kommt, um Konfrontationen zu provozieren“, fuhr er fort. „Sie haben jeglichen Bezug zur Realität verloren und versuchen nur noch zu provozieren. Mehr bleibt ihnen nicht.“
Tal betonte zugleich, dass friedlicher Protest in einer Demokratie legitim sei.
„Wenn Menschen demonstrieren wollen, ist das legitim“, sagte er und fügte hinzu, dass das Recht auf Protest nicht in Gewalt oder Einschüchterung umschlagen dürfe.




