Libanon und Syrien umwerben die Juden!

Positive Auswirkungen der Abraham-Abkommen auf die arabische Welt

von Edy Cohen | | Themen: Libanon, Syrien
Israel Libanon Fahne Foto: Tomer Neuberg/Flash90

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts lebten rund eine Million Juden in arabischen Ländern, bis die große Mehrheit gezwungen war, ihre Länder zu verlassen – meist aus Angst um ihr Leben aufgrund von Antisemitismus und Pogromen.

So leben heute nur noch etwa dreitausend Juden in Marokko und Tunesien. Das meiste Leid für die Juden in den arabischen Ländern begann nicht erst mit der Gründung des Staates Israel im Jahr 1948, wie viele behaupten, sondern bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts, als die Araber begannen, von ihren europäischen Kolonialherren unabhängig zu werden. Die neuen unabhängigen arabischen Staaten wollten keine jüdische Präsenz in ihrem Land – obwohl Juden schon vor der Ankunft des Propheten Mohammed und dem anschließenden Aufstieg des Islam im gesamten Nahen Osten gelebt haben. (Siehe: Die Juden Arabiens)

Heute geschieht etwas Neues, das wir bisher noch nicht gesehen haben. Die arabischen Länder umwerben die Juden.

Die Abraham-Abkommen, die von Israel und den Emiraten unterzeichnet wurden und denen sich dann eine Reihe von Ländern wie Bahrain, Sudan und Marokko anschlossen, haben einen Wandel im politischen Denken der Völker in unserer Region bewirkt. Zunächst einmal haben sie einen Bewusstseinswandel ausgelöst: Israel wird weniger geächtet als zuvor. Die Haltung gegenüber den Juden, sowohl der arabischen Führer als auch ihrer Bürger, ändert sich.

 

Libanon

Am Montag, dem 1. November, empfing der libanesische Botschafter in Frankreich, Rami Adwan, Dutzende von libanesischen Juden in der Residenz des Botschafters in Paris.

Dies war ein höchst ungewöhnliches Treffen. Der Botschafter lobte die libanesische jüdische Gemeinde und sprach in einer Weise über Juden, wie man sie in den letzten Jahren aus dem Munde eines hohen libanesischen Beamten nicht gehört hatte. Er sprach von Koexistenz, Religionsfreiheit und der Verantwortung des Staates für den Schutz aller seiner Bürger.

Einer der Gäste war der Historiker der libanesischen Juden, Nagi Zeidan, der eigens für die Veranstaltung aus Brüssel nach Paris gekommen war. Nagi hat bereits ein Buch über die Juden im Libanon geschrieben und ist gerade dabei, sein zweites Buch fertigzustellen. Der Botschafter beehrte die jüdischen Gäste mit einem eigens für sie bestellten koscheren Essen. Eine solche Konferenz hätte ohne höhere libanesische Regierungsgenehmigung nicht stattfinden können.

Der libanesische Regierungsapparat hat den libanesischen Juden nie Schaden zugefügt. Die Synagogen im gesamten Libanon sind noch intakt und auch die Friedhöfe wurden nicht beschädigt. Die Gruppe, die den Juden im Libanon geschadet hat, ist die Hisbollah, die 11 libanesische Juden brutal entführt und ermordet hat. Ihr Ziel war es, Druck auf Israel auszuüben und einen Deal zur Freilassung von Hisbollah-Mitgliedern zu erreichen, die von Israel und der israelfreundlichen südlibanesischen Armee inhaftiert worden waren. Es kam jedoch keine Einigung zustande, und daraufhin ermordete die Terrororganisation die unschuldigen Juden – sie richtete sie grausam hin, nachdem sie sie beschuldigt hatte, „Mossad-Agenten“ zu sein.

Syrien

Parallel dazu traf kürzlich eine Delegation syrischer Juden in Damaskus ein und hielt sich dort zwei Wochen lang auf. (Anbei ein Foto [Nummer 20] von ihnen in einem Restaurant an einem langen Tisch). Es handelte sich um Juden syrischer Abstammung, die in den Vereinigten Staaten leben. Nachdem sie von den Behörden in Syrien gut empfangen worden waren, verließen sie Syrien unversehrt.

Diese Ereignisse sind bezeichnend für den Wandel, den das Abraham-Abkommen in der Wahrnehmung und im Bewusstsein vieler Araber in der Region bewirkt hat.

Die Juden in Syrien hatten dort Höhen und Tiefen erlebt. In den 1990er Jahren flohen sie alle wegen des Antisemitismus des Establishments, das die Juden in den 1970er und 1980er Jahren faktisch einsperrte und sie daran hinderte, sich innerhalb Syriens frei zu bewegen, geschweige denn ins Ausland zu reisen oder nach Israel zu immigrieren. Diejenigen, die im Libanon auf ihrem Weg nach Israel gefangen genommen wurden, waren viele Jahre lang inhaftiert.

Umwirbt Bashar Assad die Juden, um sich Israel anzunähern?

(Siehe Video von syrischen Juden bei ihrem jüngsten Besuch in Damaskus)

Der ehemalige israelische Premierminister Yitzhak Shamir fragte: „Verändert sich der Nahe Osten? Oder ist es immer noch derselbe Nahe Osten und sind die Araber immer noch dieselben Araber?“

Die Zeit wird es zeigen, aber im Moment sind viele Anzeichen positiv.

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