Leihmutterschaft und die Zukunft Israels

Israels Leihmutterschaftsgesetz ist weniger eine Befürwortung der Homosexualität als vielmehr ein Votum für Sterilität und gegen das Vertrauen in Gott

Israels offen homosexueller Gesundheitsminister Nitzan Horowitz (rechts) verkündete am 4. Januar freudig die Ausweitung des Leihmutterschaftsgesetzes. Foto: Tomer Neuberg/Flash90

Israel hat jede Hoffnung aufgegeben, was die Eindämmung der Ausbreitung von Omikron, der hochansteckenden Version von COVID19, angeht. Obwohl Prognosen davon ausgehen, dass einer von zwei Israelis mit dem Virus infiziert sein wird, hat die Regierung ihre Maßnahmen zur Eindämmung der Todesfälle noch nicht geändert. „Wir müssen in der Lage sein, schwere Fälle und auch Todesfälle akzeptieren zu können, denn es handelt sich um eine Pandemie, und bei einer Pandemie sterben Menschen“, sagte Innenministerin Ayelet Shaked im August.

Diese Politik, die sich seither nicht geändert hat, zeugt von einem tiefgreifenden Mangel an Rücksichtnahme auf jüdisches Leben und auch auf nichtjüdische israelische Bürger. Aber da Israel immer noch ein jüdischer Staat ist, ist die Begrenzung der Toten eine Politik, die stillschweigend besagt, dass jüdisches Leben keine Rolle spielt, dass weder das israelische Volk noch Israel wichtig sind. Dies ist nicht überraschend, wenn man bedenkt, dass die derzeitige Regierung mit der arabischen Ra’am-Partei – der israelischen Version der Muslimbruderschaft – zusammenarbeitet, die das Existenzrecht Israels bestreitet.

Die Erweiterung des Leihmutterschaftsgesetzes durch den homosexuellen Gesundheitsminister Nitzan Horowitz ist zwar nicht die Erfindung dieser Regierung, bedeutet aber, dass Mitglieder der LGBTQ-Gemeinschaft die Leihmutterschaft als Möglichkeit der Fortpflanzung nutzen können. Bislang war die Leihmutterschaft in Israel auf heterosexuelle Paare und alleinstehende Frauen mit Fruchtbarkeitsproblemen beschränkt. „Heute (4. Januar) setzen wir der jahrelangen Ungerechtigkeit und Diskriminierung ein Ende“, sagte der progressive Minister, der Che und Chávez verehrt. „Heute in einer Woche“, fährt der Minister fort, der sich mehr um Leihmutterschaft als um COVID19 kümmert, „werden wir auch alleinstehenden Männern, zukünftigen Vätern sowie [männlichen] homosexuellen Paaren – eigentlich jeder Person – den gleichen Zugang zur Leihmutterschaft in Israel ermöglichen.“

Die Aufhebung der Grenzen zwischen Mann und Frau ist eines der Zeichen einer Idealgesellschaft. Für Christen ist dieses Konzept nichts Neues, denn auf die Frage nach dem Fall der auferstandenen Witwe, die sieben Brüder geheiratet hatte, sagte Jesus, dass es im messianischen Zeitalter keine Geschlechter geben werde. Die Menschen werden „weder heiraten noch sich verheiraten lassen“ (Lukas 20).

Erst wenn diese Idee einer geschlechtslosen Gesellschaft säkularisiert und der Gegenwart aufgezwungen wird, wird sie zu einer „Sodomisierten“, ein Begriff, mit dem die Juden die extremste Version einer aufgeklärten gottlosen Gesellschaft bezeichneten. Die Männer von Sodom, so die talmudischen Weisen, wurden „hochmütig nur wegen des Guten, das der Heilige, gesegnet sei Er, über sie ausgeschüttet hatte“ (Sanhedrin 109a). Sodom wurde als „der Garten des Herrn“ bezeichnet (1. Mose 13,10), weshalb die Bewohner von Sodom glaubten, im „Himmel“ zu leben.

An einem solch perfekten Ort war der Fremde, der Außenseiter, der „Andere“, nicht willkommen. Deshalb hätten die Menschen in Sodom Gastfreundschaft und Fortpflanzung verabscheut. Beides bedeutete eine Störung des Gleichgewichts im Himmel. Im Talmud heißt es, dass dieser Himmel nur dadurch bewahrt werden konnte, dass der Reichtum Sodoms unter den lebenden Bürgern verteilt wurde und unter niemandem sonst, auch nicht unter Gästen und Neugeborenen. Aus diesem Grund förderte dieser „atheistische Himmel“ die Homosexualität, die sowohl eine Fremdenfeindlichkeit als auch eine Möglichkeit ist, Sex ohne das Risiko der Fortpflanzung zu genießen. Das wiederum hatte den gleichen Effekt wie die Antibabypille: freier Sex ohne jeden Sinn für Moral. Obwohl diese Gesellschaft nach atheistischen Maßstäben als aufgeklärt galt, musste sie das Unvermeidliche erleiden – die völlige Vernichtung.

Die Ausweitung des Leihmutterschaftsgesetzes bedeutet unter anderem eine Befürwortung nicht nur der Homosexualität als solcher, sondern der sterilen Lebensweise, die auf der Überzeugung beruht, dass der Reichtum der Welt seine Grenze erreicht hat und mehr Menschen die Erschöpfung der begrenzten Ressourcen der Welt bedeuten. Je mehr Menschen es also gebe, desto größer sei die Gefahr von Kriegen und Auseinandersetzungen um die Ressourcen. So wird aus der Unfruchtbarkeit eine Tugend, und die Sodomiten waren überzeugt, dass sie eine Tugend waren.

Es hätte düster ausgesehen, wenn Israel als Ganzes hinter Horowitz‘ Agenda gestanden hätte. Sodom wurde unbewohnbar, ein Ort, an dem kein menschliches Leben mehr möglich ist, nur weil die gesamte Gesellschaft von Sodom sich dafür entschied, nach atheistischen Normen und Werten zu leben. Aber Israel, mit all seinen Problemen, hat mehr als genug Menschen, deren Rechtschaffenheit den sonst unvermeidlichen Zorn ablenkt.

Und warum eine solche Regierung, für die jüdisches Leben keine Rolle spielt, jetzt am Ruder ist, liegt vielleicht an den Gläubigen, für die Niederlage in dieser Zeit genauso schädlich für Israel wäre wie zur Zeit der 12 Kundschafter, als das Volk Israel zwischen menschlicher Logik und göttlicher Weisheit, Realität und Verheißung, Ungläubigkeit und Glauben wählen musste.

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