Lasst die Blutflecken, gedenkt der Toten – Drei Beobachtungen

Der Terroranschlag von Tel Aviv in der vergangenen Woche zeigt erneut die schweren Mängel bei den Reaktionen Israels auf die andauernde Terrorwelle. Ein Kommentar von Tzvi Sadan.

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Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat den Terroranschlag von Tel Aviv in der vergangenen Woche, bei dem vier Juden unweit des Hauptquartiers der Israelischen Armee getötet worden waren, als einen „von grausamen Terroristen ausgeführten kaltblütigen Mord“ bezeichnet.

Ausdrücke wie „kaltblütiger Mord“ passen allenfalls für die Beschreibung eines Verbrechens. Die Wortwahl von Netanjahu ist kein Zufall. Terroranschläge als einen Akt des Krieges zu bezeichnen würde bedeuten, dass Israel die Palästinensische Autonomiebehörde als einen Staat anerkennen würde. Daher sind in Israel inhaftierte Palästinenser keine Kriegsgefangene. Berichte über Polizisten, die zögerten, die beiden Terroristen zu töten, zeigen, dass sie sich nicht sicher sind, wie sie handeln sollen, besonders dann, wenn Israelis, die Terroristen getötet haben, gerichtlich belangt werden. Die Weigerung Israels, den Palästinensischen Terror als das zu bezeichnen, was es ist, ein Akt des Krieges, zwingt das Land, unentschlossen zu sein. Daher klingen die Versprechungen des Ministerpräsidenten, „den Terrorismus mit aller Härte und Entschiedenheit zu bekämpfen“, sehr inhaltslos.

In einem Interview mit dem israelischen Armeesender am Tag nach dem Anschlag äusserte sich der Tel Aviver Bürgermeister Ron Huldai „enttäuscht“ darüber, dass nicht mehr Israelis ums Leben gekommen sind.

„49 Jahre der Besatzung“ hätten den Israelis nichts beigebracht. Sein sympatischer Interviewer fragte Huldai, ob „nur ein grosses Trauma, eine unfassbare Tragödie“, die Israelis dazu bringen werde, für die Linken zu stimmen, worauf Huldai zustimmend antwortete: „Leider ist das die Realität.“ Huldai glaubt, dass die Veränderung, die er sucht, nur durch Erniedrigung und Niederlage erreicht werden kann. Und vier Tote seien eben nicht genug, um diesen Wechsel hervorzurufen und Israel zurück in seine „Milch-und-Honig-Grenzen“ von 1948 zu weisen.

Wie bei allen blutigen Terroranschlägen, machen die israelischen Behörden alles, um sämtliche Spuren des Horrors so schnell wie möglich zu beseitigen.

Das Kennwort „zurück zur Routine“ bedeutet, dass man von den Israelis erwartet, egal wie blutig die Anschläge sein können, sofort zu ihrem alltäglichen Leben zurückzukehren. Unsere Führung ist der Ansicht, dass wir damit den Terroristen zeigen, dass wir keine Angst haben. Das ist nicht nur Unsinn, es ist geradezu schädlich. Die Blutflecken zu entfernen und die Wände neu zu verputzen, noch bevor der nächste Geschäftstag beginnt, fördert die Vergesslichkeit und Unentschlossenheit anstatt Widerstandsfähigkeit und Entschlossenheit. Den Besuchern des Sarona Marktes hätte die Möglichkeit gegeben werden sollen, die Tragödie zu sehen und zu riechen, die durch ein Volk gefördert und ausgeführt wurde, dass jeden Tod eines Juden feiert.

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