Ich kann mir vorstellen, dass vielen Menschen, die heutzutage ihre Bibel lesen, gar nicht auffällt, dass dort vieles in landwirtschaftlichen Begriffen geschrieben ist, dass Landschaftsbilder gebraucht werden und wichtige Prinzipien aus der Landwirtschaft zum Tragen kommen.
Ein Beispiel findet sich im Buch Hohelied. Dieses Buch besteht in erster Linie aus lyrischen Liebesgedichten. Es wurde in einer kulturellen Umgebung verfasst, die uns heute so gut wie unbekannt erscheint. Mal ehrlich, welche westliche Frau würde es als Kompliment auffassen, wenn man ihre Zähne mit einer Herde frisch geschorener Schafe vergleichen würde oder ihre Schläfen mit Granatapfelhälften oder ihre Haare mit einer Ziegenherde (Hohelied 4)? In der Umgebung, in der dieses Buch spielt, hatten diese Worte eine positive Bedeutung. Sie drückten Verehrung und Liebe aus.
Das Buch Hohelied lädt zu einer Rückkehr ins Paradies ein – vom griechischen Wort paradeiso, was Garten bedeutet – wo alles zwischen den Liebenden perfekt war. „Erwache, du Nordwind, und komm, du...
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