Kritik an Israel wegen zweifelhafter COVID-Statistiken

Kritik am Gesundheitsministerium wegen Diskrepanz bei der Zahl der Schwerkranken und der Behauptung, der Impfstoff von Pfizer sei weniger wirksam

von Israel Heute Redaktion |
Foto: Flash90

Im In- und Ausland hatte Israels Gesundheitsministerium letzte Woche einen schweren Stand: Die offiziellen COVID-19-Statistiken und Empfehlungen sind in Frage gestellt worden.

Während die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus durch die Einführung der „Delta“-Variante ansteigt, bleibt die Zahl der schwer erkrankten Patienten in Israel gering. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums lag diese Zahl zumindest in der vergangenen Woche bei 46.

Aber einige israelische Medien hatten das Gefühl, dass mit dieser Zahl etwas nicht stimme. Im Rahmen einer Recherche rief man alle Krankenhäuser des Landes an, um die Zahl der schwerkranken COVID-19-Patienten zu ermitteln.

Laut Jediot Achronot waren es nur 26. Channel 12 News bezifferte die Zahl ein wenig höher auf 32.

Der scheidende Generaldirektor des Gesundheitsministeriums, Chezy Levy, eilte zu einem Auftritt bei Channel 12, wirkte aber verwirrt und nicht auf dem Laufenden, als er von seinem Interviewer bedrängt wurde. Am Ende gab er zu, dass die Zahlen keinen Sinn machten und leicht daneben liegen könnten.

Noch peinlicher war, dass die Amerikaner öffentlich die Behauptung des israelischen Gesundheitsministeriums in Frage stellten, dass der Impfstoff von Pfizer nur zu 63 Prozent wirksam ist, um eine Infektion mit der Delta-Variante zu verhindern.

Tatsächlich sind viele der Menschen in Israel, die sich jetzt mit der Delta-Variante infizieren, bereits gegen COVID-19 geimpft worden. Das Gesundheitsministerium geht fest davon aus, dass der Impfstoff die meisten vor einer ernsthaften Erkrankung schützt. Doch scheint der Impfstoff von Pfizer weitaus weniger effektiv zu sein, um eine Infektion mit diesem neuen Stamm zu verhindern.

Die New York Times merkte schnell an, dass das israelische Gesundheitsministerium diese Zahl veröffentlicht hatte, ohne eine vollständige und ordnungsgemäße Studie durchzuführen. US-Coronavirus-Zar Anthony Fauci erklärte: „Die Israelis wissen, was sie tun“, doch die Daten seien spärlich und die „Umstände des berichteten Rückgangs der Wirksamkeit unklar.“

Pfizer räumte in Bezug auf eigene Studien in einem Bericht, der sich tatsächlich auf Israel bezog, ein, dass Infektionen bei vollständig geimpften Personen auftraten. Das Pharmaunternehmen drängt darauf, dass die FDA (US-Behörde für Lebens- und Arzneimittel) jetzt eine dritte „Booster“-Spritze genehmigt.

Sowohl israelische als auch amerikanische Gesundheitsbeamte erklärten, sie sähen noch keine Notwendigkeit für eine dritte Impfung, obwohl Israels Gesundheitsminister Nitzan Horowitz am Sonntag wiederholte, dass „das Coronavirus langfristig hier sein wird.“

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