Der andauernde Krieg mit der Hisbollah im Libanon hat in Nordisrael zu enormen finanziellen Verlusten geführt. Der Gesamtschaden der letzten 13,5 Monate wird auf 5 Milliarden Schekel (ca. 1,3 Milliarden Euro) geschätzt.
Diese Zahl, die sowohl direkte als auch indirekte Schäden umfasst, verdeutlicht die schwerwiegenden wirtschaftlichen Folgen des anhaltenden Konflikts.
Die geschätzten 5 Milliarden Schekel beinhalten nicht die Kosten für die Operationen der israelischen Verteidigungskräfte, die sich wahrscheinlich auf weitere Milliarden belaufen werden.
Die Grundsteuerabteilung der israelischen Steuerbehörde schätzt den direkten materiellen Schaden in der nördlichen Grenzregion auf etwa 1,5 Milliarden Schekel (ca.389 Millionen Euro). Dies umfasst ein breites Spektrum von Vermögenswerten, darunter Hunderte von Häusern, Wohnungen, Fabriken, Fahrzeugen, landwirtschaftlichem Land und öffentlicher Infrastruktur wie Schulen und kommunalen Einrichtungen, wie jüngste Recherchen von Ynet ergaben.
Die indirekten Schäden zeichnen ein noch düstereres Bild. Diese Verluste, die auf etwa 4 Milliarden Schekel (ca. 1 Milliarden Euro) geschätzt werden, spiegeln die breiteren wirtschaftlichen Auswirkungen des Konflikts wider. Unternehmen in den Grenzgemeinden gerieten aufgrund von Betriebsunterbrechungen, beschädigten Lagerbeständen und Umsatzeinbußen in erhebliche finanzielle Schwierigkeiten. Besonders betroffen ist die Landwirtschaft, da viele Parzellen auf absehbare Zeit nicht mehr bewirtschaftet werden können.
Amir Dahan, Direktor des Entschädigungsfonds bei der Steuerbehörde, berichtet, dass bereits 2 Milliarden Schekel (ca. 518 Millionen Dollar) als Entschädigung für indirekte Schäden an Unternehmen und Privatpersonen in den nördlichen Grenzgemeinden ausgezahlt wurden. Weitere 2 Milliarden Schekel sollen in den kommenden Monaten ausgezahlt werden.
In einem auffälligen Kontrast, der die Intensität des Konflikts unterstreicht, überstieg der Schaden, der letzte Woche durch einen einzigen Raketeneinschlag in Ramat Gan bei Tel Aviv verursacht wurde, die gesamten direkten Schäden auf den Golanhöhen seit Beginn des Krieges. Die Angriffe aus Syrien, dem Irak und dem Libanon haben auf den Golanhöhen einen finanziellen Gesamtschaden von einer Viertelmilliarde Schekel (ca. 65 Millionen Euro) verursacht.
Auch die Gemeinden an der Südfront blieben nicht verschont. Seit dem 7. Oktober wurden rund 1,25 Milliarden Schekel (324 Millionen Euro) für direkte Schäden an Gemeinden in der Nähe des Gazastreifens ausgezahlt. Auch das israelische Kernland erlitt beträchtliche Schäden: Eine einzige Rakete in Hod HaSharon, nordöstlich von Ramat Gan, beschädigte 2.000 Häuser, ein weiterer Einschlag nördlich von Tel Aviv verursachte Schäden in Höhe von schätzungsweise 50 Millionen Schekel (ca. 13 Millionewn Euro).
Die wirtschaftlichen Folgen des Krieges gehen über die materiellen Schäden hinaus. Die anhaltenden Feindseligkeiten führten zur Evakuierung zahlreicher Gemeinden und damit zu einer Beeinträchtigung des täglichen Lebens. Die Unternehmen in den betroffenen Gebieten mussten schließen oder mit starken Einschränkungen arbeiten, was zu erheblichen indirekten Verlusten führte, und die Familien, insbesondere diejenigen, die gezwungen waren, ihre Häuser zu verlassen, haben unermesslich gelitten.
(JNS)




