Koscherer Strandurlaub    

von Michael Selutin

Was ist ein koscherer Strand? Ein Strand ohne Schweine und Meeresfrüchte?

Foto: Aharon Krohn/Flash90

Guten Morgen liebe Leser!

Michael und Kinder

Ein koscherer Strand ist natürlich einer, an dem Männer und Frauen getrennt sind. In allen großen Küstenstädten Israels gibt es abgesperrte koschere Strände, an denen Männer und Frauen zu unterschiedlichen Zeiten Zugang haben. Für uns in Bet Shemesh befindet sich der nächste koschere Strand in Ashdod, nur 45 Minuten mit dem Auto entfernt.

Wir haben jedoch ein Problem mit koscheren Stränden, da ich drei Töchter habe und ich mit ihnen nicht während der Männerzeiten gehen kann, aber natürlich auch nicht während der Frauenzeiten. Die sportlichste Ehefrau von allen mag den Strand nicht, während ich und die Kinder den Strand lieben! Was tun wir also? Wir gehen zum inoffiziellen koscheren Familienstrand, der sich normalerweise gleich neben dem offiziellen koscheren Strand befindet.

Hier liegen religiöse Familien unter eigenen Schirmen und die Frauen tragen Schwimmanzüge, die den jüdischen Anforderungen für dezente Kleidung entsprechen, also mit Ärmeln bis zu den Ellenbogen, Leggins und einen Rock.

 

Wir Männer können unseren Bierbauch hingegen ungehemmt heraushängen lassen.

Wir fahren also heute am Freitag zum ersten Mal in diesem Jahr zum Strand in Ashdod und es ist dieses Mal besonders spannend, da unsere zwei großen Girlies (7 und 5 Jahre alt) seit einigen Wochen einen Schwimmkurs machen. Anders als in Deutschland gibt es in vielen Schulen Israels keinen Schwimmunterricht, so dass in Bet Shemesh einige reiche Leute Schwimmkurse in ihren eigenen Pools anbieten. Schwimmkurs ist allerdings etwas übertrieben, denn Sarah und Racheli schwimmen noch lange nicht, sie lernen erst einmal keine Angst vor dem Wasser zu haben. Sie tauchen den Kopf unter, machen Blasen, üben Schwimmbewegungen, aber alles im Stehen.

Jetzt können Sarah und Racheli also ihre „Schwimmkünste“ endlich einmal im Meer ausprobieren, ich hoffe es wird alles gut laufen.

Da die Kinder am Freitag nur bis 12 Uhr Schule und Kindergraten haben, fahren wir an diesem Tag, auch wenn das später zu mehr Stress für Vorbereitungen für den Schabbat führt. Wenn wir zurückkommen müssen die Kinder geduscht und die Wohnung von all dem Sand geputzt werden, den wir anschleppen werden.

In unserem Thora-Wochenabschnitt lernen wir, warum die Juden so sehr darauf besessen sind, Männer und Frauen zu trennen:

„Und Israel ließ sich in Sittim nieder; und das Volk fing an, Unzucht zu treiben mit den Töchtern der Moabiter, und diese luden das Volk zu den Opfern ihrer Götter ein. Und das Volk aß [mit ihnen] und betete ihre Götter an. Und Israel begab sich unter das Joch des Baal-Peor. Da entbrannte der Zorn des Herrn über Israel.“

(4. Mose 25, 1-3)

Der Gott Israels mag es überhaupt nicht, wie an vielen anderen Stellen in der Bibel ebenfalls zu sehen ist, wenn Menschen ihren sexuellen Trieben freien Lauf lassen. Ein moralisches Leben bedeutet vor allem die Beherrschung seiner Triebe, und der Sexualtrieb ist der stärkste und gefährlichste. Er hat nicht nur Ehen und Familien zerstört, sondern auch Imperien zu Fall gebracht. Das ist auch ein Grund, warum sich das Zeichen des Bundes zwischen dem Volk Israel und Gott an einer Stelle befindet, die bei Männern für diesen Trieb benutzt wird.

Juden versuchen also diesen Trieb so weit wie möglich unter Kontrolle zu bringen, jedoch nicht zu leugnen. Man heiratet früh, trennt Männer und Frauen bei allen Gelegenheiten und hat noch viele weitere Zäune um diese Energie erstellt. Andererseits wird sie in gewünschte Bahnen gelenkt und die Rabbis des Talmud erörtern die Frage wie oft, wann und wie man es tun soll, denn tun soll man es (mit seinem Ehepartner).

Dazu noch ein kleiner Witz und danach das Wetter, dann muss ich mit den Schabbat- und Strandvorbereitungen anfangen, bevor die Kinder nach Hause kommen und wir nach Ashdod fahren:

Omi und Opi kamen ihre Kinder besuchen.

Eines Abends, als Opi eine Flasche Viagra im Medizinschrank seines Sohnes fand, fragte er nach einer der Pillen.

Sein Sohn sagte: „Ich glaube nicht, dass du eine nehmen solltest, Papa. Sie sind sehr stark und sehr teuer.“

„Wie teuer?“, fragte Opi. „10 Euro pro Pille“, antwortete der Sohn.

„Das ist mir egal“, sagte Opi, „ich würde trotzdem gerne eine probieren, und bevor wir morgen früh gehen, lege ich das Geld unter mein Kopfkissen.“

Später am nächsten Morgen, nachdem seine Eltern gegangen waren, fand der Sohn 110 Euro unter dem Kopfkissen.

Er rief seinen Vater an und sagte: „Ich habe dir doch gesagt, dass jede Pille 10 Euro kostet, nicht 110 Euro.

„Ich weiß“, sagte Opi. „Der Hunderter ist von Omi!

Wir freuen uns auf den Strand

Das Wetter für heute in Israel

Meistens sonnig und etwas wärmer. Für heute werden folgende Höchsttemperaturen erwartet: Jerusalem 31 Grad, Tel Aviv 29 Grad, Haifa 27 Grad, Tiberias am See Genezareth 37 Grad, am Toten Meer 37 Grad, Beersheva 35 Grad, Eilat am Roten Meer 40 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist um einen Zentimeter gesunken und liegt jetzt bei – 209,555 m unter dem Meeresspiegel. Es fehlen 75,5 Zentimeter bis zur oberen Grenze.

Im Namen der gesamten Redaktion von Israel Heute wünsche ich Ihnen ein angenehmes Wochenende und einen gedegneten Schabbat. Machen Sie es gut.

 

Schabbat Schalom aus Bet Schemesch!

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