Klar, es ist alles unsere Schuld

Warum ist die ausländische Berichterstattung über das Geschehen bei uns oft so ungenau?

| Themen: Medien
Israelische Polizisten während der Ausschreitungen auf dem Tempelberg. Foto: Jamal Awad/Flash90

In diesen Tagen dreht sich bei uns alles nur noch um den Tempelberg, also nicht direkt, es geht vielmehr um die Gewalt, die wegen des ewigen Streits um den Tempelberg entfacht ist. Auch das ist irgendwie falsch formuliert. Ein Streit muss ja nicht automatisch zu Gewalt führen.

Wie dem auch sei, seit einigen Tagen herrscht Unruhe auf dem Tempelberg. Die sogenannten Mainstream-Medien bekommen wieder die Bilder, die sie für ihre verzerrte Berichterstattung brauchen, Bilder von israelischen Polizisten auf dem Tempelberg, die mit Tränengas versuchen, eine randalierende Menge unter Kontrolle zu bringen. Die gut ausgestatteten israelischen Sicherheitskräfte gegen die einfachen Menschen, die sich nur mit ein paar Steinen wehren können. Ein gefundenes Fressen.

Aber wer sich ernsthaft mit den Ereignissen der vergangenen Tage auseinandersetzt, versteht sehr schnell, dass alles ganz anders war. Wie auch bei uns bereits berichtet wurde, begann die aktuelle Auseinandersetzung auf dem Tempelberg mit einer Gruppe muslimischer Araber, die am vorletzten Freitag schon vor dem Gebet Steine und Feuerwerkskörper in der Al Aqsa Moschee gehortet hatten, um sie später benutzen zu können. Dabei störten sie natürlich auch ihre Glaubensbrüder beim Gebet und verhinderten einen ruhigen Verlauf des Ramadan. Dass die israelische Polizei nicht tatenlos zusehen kann, sollte klar ein. Und auch außerhalb des Tempelbergs war es alles andere als ruhig, als Busse mit jüdischen Gläubigen, die auf dem Weg zur Klagemauer waren, mit Steinen beworfen wurden.

In einer Kurzmeldung der deutschen Tagesschau wurde die aufflammende Gewalt in Jerusalem damit begründet, dass der Ramadan und das Pessachfest diesmal wieder zusammenfallen. Eine tolle Logik, dachte ich beim Lesen. Es ist ein Fehler, auf diese Art die Unruhen auf dem Tempelberg zu erklären. In einem späteren Artikel gab die Tagesschau dann allerdings genauere Informationen und erwähnte auch die Randalierer, die sich „morgens mit Steinen und Feuerwerkskörper in der Al Aqsa Moschee verbarrikadiert hätten“. Sie schreiben „hätten“, da sich auf Berichten der israelischen Polizei berufen wurde.

Drei Feste zur gleichen Zeit in Jerusalem. Das sollte kein Grund für Gewalt sein. Bilder: Flash90

Ich ärgere mich immer wieder über in die irre führende Kurzmeldungen oder „unglückliche“ Überschriften, in denen sich auf die israelische Reaktion auf einen Raketenangriff oder Anschlag arabischer Terroristen konzentriert wird. In etwa so: Israel greift Ziele im Gazastreifen an, und dann später: zuvor wurden vom Gazastreifen aus Raketen in Richtung Israel abgefeuert.

Ein weiteres Beispiel: Nach einem Anschlag auf dem Tempelberg vor einigen Jahren wurden einer Meldung des ZDF zufolge zwei Palästinenser von israelischen Polizisten erschossen, die zuvor das Feuer auf die israelischen Sicherheitskräfte eröffnet hätten. Dabei seien auch zwei israelische Polizisten gestorben. Die Terroristen wurden also erschossen, während die Opfer des Anschlags einfach so gestorben sind.

Oft frage ich mich, warum man ausgerechnet über die Ereignisse bei uns so ungenau berichtet. Ich habe Angst vor der Antwort. Am Ende scheinen nur wir Israelis Schuld an der Situation zu haben, wenn man sich auf die Berichte der ausländischen Medien verlässt.

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