Naher Osten

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Katar ist der Feind, betont Bennett vor den israelischen Wahlen

Der frühere Ministerpräsident verspricht, Katar im Falle seiner Rückkehr an die Macht zum Feindstaat zu erklären. Dies spiegelt den wachsenden Zorn vieler Israelis darüber wider, dass Doha in Washington weiterhin als Partner gilt, obwohl es Israels Feinde finanziert, beherbergt und ihnen eine Bühne bietet.

Katar
Palästinenser nehmen am 9. Juni 2017 an einer Kundgebung zur Unterstützung Katars vor dem von Katar finanzierten Bauprojekt „Hamad City“ im südlichen Gazastreifen teil. Foto: Abed Rahim Khatib/Flash90.

Der frühere israelische Ministerpräsident Naftali Bennett hat angekündigt, Katar zum Feindstaat zu erklären, sollte er an die Macht zurückkehren. Damit verschärft er eine Debatte, die nach Ansicht vieler Israelis schon lange vor dem 7. Oktober hätte geführt werden müssen.

Bei einer Sicherheitskonferenz in dieser Woche warf Bennett Doha vor, seit Jahren eine Einflusskampagne gegen Israel zu betreiben und sich gleichzeitig in Washington als nützlicher Vermittler zu präsentieren. Katar sei kein schwieriger Partner, sondern ein Feind, sagte er. Nach dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober gebe es keinen Raum mehr für strategische Mehrdeutigkeit.

„Die Führer Katars haben ein Ziel: die Vernichtung Israels, Punkt“, betonte Bennett. Zugleich wies er darauf hin: „An den Universitäten in den Vereinigten Staaten hat Katar Milliarden investiert, um die junge Generation zu beeinflussen. Deshalb werden die Studenten dort mit dem Slogan ‚Vom Fluss bis zum Meer‘ erzogen.“

Bennett erklärte, dass er während seiner Amtszeit als Ministerpräsident Geheimdienstinformationen gesehen habe, wonach Katar die Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) des Iran finanziert habe. Außerdem beschuldigte er Doha, die Hamas direkt zu finanzieren, dschihadistische Gruppen in Syrien zu unterstützen und den Sender Al Jazeera als internationale Hetzmaschine gegen den jüdischen Staat einzusetzen.

Katar wies die Vorwürfe zurück und erklärte, Bennett verbreite aus politischem Eigeninteresse Desinformation. Doha betont, seine Rolle in der Gaza-Diplomatie und bei den Verhandlungen über die Geiseln sei mit regionalen und internationalen Partnern abgestimmt gewesen.

Für viele Israelis liegt jedoch genau darin das Problem. Katar habe es geschafft, gleichzeitig zwei Rollen einzunehmen: Gastgeber der Hamas-Führung und Vermittler bei Geiselverhandlungen; Geldgeber für den Gazastreifen und enger Partner Washingtons; Förderer der antiisraelischen Berichterstattung von Al Jazeera und zugleich angebliche stabilisierende Kraft in der Region.

Bennett brachte das Thema außerdem direkt mit der „Katargate“-Affäre in Verbindung, die das Büro von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu belastet. Hintergrund sind Berichte, wonach hochrangige Berater während der Vermittlungsbemühungen Katars zwischen Israel und der Hamas im Auftrag Dohas gearbeitet haben sollen. Bennett bezeichnete die Affäre als einen der schwersten Verratsfälle der israelischen Geschichte und kündigte an, im Falle eines Wahlsiegs eine Untersuchungskommission einzusetzen. Netanjahu weist die Vorwürfe als „Hexenjagd“ zurück. Katar wiederum erklärte, dass aufeinanderfolgende israelische Regierungen – einschließlich der Regierung Bennett – als Kanal für katarische Gelder in den Gazastreifen gedient hätten.

Die größere Frustration richtet sich jedoch nicht nur gegen Jerusalem, sondern auch gegen Washington. US-Präsident Donald Trump behandelt Katar weiterhin als geschätzten amerikanischen Verbündeten und verlässt sich auf Doha als diplomatischen Kanal und strategischen Partner – obwohl immer mehr Israelis das Emirat als einen der gefährlichsten Akteure der Region betrachten.

Katars Macht zeigt sich nicht in iranischen Raketen oder Hamas-Tunneln. Sie zeigt sich in Geld, Medien, Universitäten, Einflussnetzwerken und professioneller Diplomatie. Sie wirkt, indem sie das westliche Denken prägt und gleichzeitig einen Fuß im Lager der Dschihadisten behält.

Bennetts Versprechen mag politisch motiviert sein. Doch die Frage, die er aufwirft, ist real: Wie lange können Israel und die Vereinigten Staaten noch so tun, als sei Katar ein Partner, wenn ein so großer Teil seiner Macht dazu eingesetzt wird, Israels Feinde zu stärken?

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Patrick Callahan

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