Die letzten antisemitischen Vorfälle in Berlin haben auch die israelischen Medien erreicht. Bei einem der Vorfälle wurde ein in Berlin lebender Israeli vor seinem Restaurant von einem Deutschen beschimpft. Danach wurde von einem jüdischen Mädchen berichtet, das von einem muslimischen Mitschüler beschimpft und bedroht wurde. Doch der letzte Vorfall, bei dem ein israelischer Araber in Berlin mit einer Kipa auf dem Kopf auf die Straße ging von einem syrischen Flüchtling mit einem Gürtel verprügelt und als Jude beschimpft wurde, sorgte für besonders große Schlagzeilen, auch in Israel.
In Deutschland wurde danach zu Demonstrationen aufgerufen, zu einem „Tag der Kipa“, an dem alle Bürger einer Stadt, wie zum Beispiel heute in Berlin und am 14. Mai in Frankfurt, mit einer Kipa auf dem Kopf auf die Straße gehen sollen.

Dennoch warnte der Vorsitzende des Zentralrates der Juden in Deutschland, Josef Schuster, die Juden vor dem Tragen der Kipa in der Öffentlichkeit und riet ihnen, lieber eine Mütze über der Kipa zu tragen, besonders in größeren Städten In einem Interview für den deutschen Radiosender Radio Eins sagte er, dass das Tragen der Kipa ein prinzipielles Recht sei, er aber Einzelpersonen davor warnte, sich in der Öffentlichkeit mit einer Kipa zu zeigen.
Nun hat sich auch der Oberrabbiner von Israel, Rabbiner David Lau, in die Diskussion um die Kipa in Deutschland eingeschaltet. Er rief jetzt die deutschen Juden auf, von einem Ablegen der Kipa abzusehen, trotz der Gefahr, Ziel antisemitischer Angriffe zu werden.
„Die Kipa ist ein jüdisches Symbol, tragt sie weiterhin mit Stolz“, sagte er. Mehrere deutsche Juden sollen sich dem israelischen Rabbinat zufolge an den Oberrabbiner gewandt haben mit der Frage, wie sie sich verhalten sollen. Sie sollten nachhause nach Israel kommen, lautete seine Antwort.
Bild; Oberrabbiner David Lau (Foto: Miriam Alster/Flash90)




